Hitze lässt die Kassen klingeln

Wer jetzt einen Ventilator hat, kann sich glücklich schätzen.

LÜDENSCHEID - Hochbetrieb in der Ambulanz des Klinikums, den Getränkefachmärkten und vor den Regalen, in den normalerweise Ventilatoren stehen. Gähnende Leere in der Kinderspiel- und Eventhalle „Tommywood“: Die schon fast tropische Hitze sorgt in Lüdenscheid mancherorts für den Ausnahmezustand.

„Ausverkauft“ – mit dieser Antwort müssen Hitzegeplagte rechnen, die sich einen Ventilator oder ein Klimagerät zulegen wollen. In den Fachmärkten Berlet und Saturn suchen die Kunden vergeblich nach den elektrischen Helferlein, die die hochsommerlichen Temperaturen erträglicher machen sollen. In den Baumärkten Obi und Hellweg waren gestern Vormittag noch einige wenige Ventilatoren zu haben – inzwischen stehen die Lüdenscheider aber auch dort vermutlich vor leeren Regalen. Ende der Woche – so die Hoffnung der befragten Verkäufer – könnte eine neue Lüfter-Lieferung eintreffen. Bei Klimageräten sieht das anders aus: „Die sind bundesweit ausverkauft“, erklärt Klaus Giljohann, der Leiter des Saturn-Marktes.

Viel mehr als nur ein laues Lüftchen wünscht sich „Tommywood“-Inhaber Thomas Gnatowski. „Wenn die Hitze weiter anhält, werden wir den Betrieb wohl vorübergehend einstellen“, sagt er und betont: „Die Gesundheit der Angestellten und natürlich der Besucher geht vor.“ Im Laufe der vergangen Tage habe sich die Halle ordentlich aufgeheizt. Bei mittlerweile 35 Grad kämen ohnehin nur noch wenige Kinder, um sich auf den Spiel- und Klettergeräten auszutoben.

Dagegen können sich die Ärzte in der Klinik-Ambulanz über „Besuchermangel“ nicht beklagen. „Gefühlt sind es jetzt morgens schon so viele Patienten wie sonst am ganzen Tag“, berichtet Kliniksprecher Thomas Köppelmann. Die Bandbreite der Hitze-Kollapspatienten reiche vom Schüler bis zum Dachdecker, erklärt er und stellt fest: „Eines haben sie fast alle gemeinsam – nämlich zu wenig getrunken.“ 

Apropos trinken: Mineralwasser ist jetzt der Verkaufsschlager in den Getränkefachmärkten. „Einzelne Sorten werden schon knapp, aber bisher können wir unseren Kunden noch Alternativen anbieten“, beruhigt Rolf Linnepe die Bergstädter.- cwi

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