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Hitze im MK: Zu warm für die Eisdiele

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Von: Leon Malte Cilsik

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Das Familienbad Nattenberg erlebte bisher eine erfolgreiche Freibadsaison – und erfreute sich auch am Montag zahlreicher Besucher.
Das Familienbad Nattenberg erlebte bisher eine erfolgreiche Freibadsaison – und erfreute sich auch am Montag zahlreicher Besucher. © Cedric Nougrigat

Angesichts rekordverdächtiger Temperaturen haben wir uns in Lüdenscheid umgehört, wohin es die Menschen bei der Hitze zieht.

Lüdenscheid – Wohin bei der Hitze? Vor dieser Frage stehen dieser Tage wohl die meisten, kann man den rekordverdächtigen Temperaturen doch kaum entkommen. Erstaunlicherweise scheint sogar die kühle Versuchung der Eisdielen unter diesen Umständen ihren Reiz zu verlieren. Ungebrochen ist hingegen die Anziehungskraft vom kühlen Nass. Auch das Lüdenscheider Stern-Center könnte für viele zur klimatisierten Wohlfühloase werden, sofern die hohen Infektionszahlen kein Hindernis darstellen.

„Ideal für uns sind Temperaturen zwischen 25 und 27 Grad. Alles darüber ist den Leuten zu heiß – das merken wir direkt in der Nachfrage“, sagt Jasmin Schmidt, die mit ihrem Mann Georgios Gesiopoulos das Café mou an der Wilhelmstraße führt. „Wenn wir könnten, würden wir auch schwimmen gehen“, sagt sie mit Blick auf den in der prallen Sonne liegenden Asphalt. Generell sei es für die beiden bisher nur eine mäßige Saison gewesen – „zu häufig wird die Wilhelmstraße nach wie vor zum Treffpunkt für Jugendliche“, sagt Gesiopoulos. Durch die Einsätze der Wuppertaler Bereitschaftspolizei (wir berichteten) erhoffen sie sich nun Besserung.

Trotz der Hitze in der Innenstadt: Olga Derkatsch besuchte mit ihren Töchtern Amaia Fragoso und Nikita Fragoso und Großmutter Nena Meier die Piazza Gelateria.
Trotz der Hitze in der Innenstadt: Olga Derkatsch besuchte mit ihren Töchtern Amaia Fragoso und Nikita Fragoso und Großmutter Nena Meier die Piazza Gelateria. © Cedric Nougrigat

Sandro Dipietro von der Piazza Gelateria am Sternplatz ist ebenfalls der Meinung: Zuviel Hitze schadet dem Geschäft. „Viele unserer Stammkunden sind ältere Leute. Die bleiben in diesen Tagen lieber zu Hause, und das ist auch richtig so.“ Auch Dipietro spricht von einer bislang nur mittelmäßigen Saison: „Das Leben ist eben teurer geworden. Wie alle anderen, mussten auch wir mit unseren Preisen anziehen – da überlegen viele zweimal, ob sie sich ein Eis gönnen.“ Vergangenes Jahr sei das Geschäft um diese Zeit deutlich besser gelaufen, laut Pietro auch aufgrund der damaligen Reisebeschränkungen.

Es lockt das kühle Nass

„Bisher sind wir sehr zufrieden mit dem Verlauf der aktuellen Freibadsaison, auch wenn uns die Erfahrungswerte aus den vergangenen Jahren fehlen“, sagt Bäderchef Ronald Eden. Hohe Temperaturen hätten bereits Mitte Juni innerhalb von vier Tagen über 6000 Gäste in das Kombi-Bad am Nattenberg gelockt. Für die nun anstehende Hitzewelle erwartet Eden einen ähnlichen Andrang: „Immer wenn es die Temperaturen bisher zugelassen haben, war das Freibad auch voll. Wahrscheinlich haben viele nach den Pandemiejahren noch einiges nachzuholen.“

Bevor es in den Kroatienurlaub ging, verbrachten Tayler, Mia, Davina und Davis (von links) den Montag noch im gut besuchten Freibad am Nattenberg.
Bevor es in den Kroatienurlaub ging, verbrachten Tayler, Mia, Davina und Davis (von links) den Montag noch im gut besuchten Freibad am Nattenberg. © Cedric Nougrigat

Pünktlich zum guten Wetter sei auch der Defekt an der Rutsche behoben worden. „Dem Badespaß steht nun nichts mehr im Wege“, sagt Eden. Während der kommenden Tage soll ein erhöhtes Aufgebot an Personal für die Sicherheit der Gäste sorgen.

Doch auch abseits der vollen Schwimmbecken bietet die Bergstadt Möglichkeiten zur Abkühlung. „Mein Sohn Charlie liebt die Brunnen und Wasserspiele mehr als jedes Freibad. Sein absoluter Lieblingsort ist der Rosengarten“, sagt Laura Meyer, die am Montag nur mit diesem Ziel in die Lüdenscheider Innenstadt gekommen ist.

Der fünfjährige Charlie braucht zur Abkühlung kein Freibad – die Wasserspiele in der Innenstadt reichen ihm.
Der fünfjährige Charlie braucht zur Abkühlung kein Freibad – die Wasserspiele in der Innenstadt reichen ihm. © Cedric Nougrigat

Wen es hingegen weiter in die Natur zieht, könnte an den zahlreichen Flüssen und Talsperren rund um Lüdenscheid fündig werden. „Gesetzlich ist es nicht verboten in Flüssen zu baden oder die Füße in Bächen oder Flüssen abzukühlen. Das geschieht allerdings immer auf eigene Gefahr“, sagt Ulla Erkens, Pressesprecherin beim Märkischen Kreis. Sie weist ausdrücklich darauf hin, dass dies nicht auf Privatgrundstücken, in Naturschutzgebieten und in der Nähe von industriell betrieben Wasseranlagen gelte und empfiehlt die öffentlichen Badestellen in der Oestertalsperre, der Listertalsperre und der Glörtalsperre. Zudem appelliert die Pressesprecherin, offene Grillfeuer an Gewässern zu unterlassen: „Aufgrund der hohen Temperaturen und der Trockenheit von Wiesen und Wäldern herrscht kreisweit erhöhte Brandgefahr.“ Daher sollten auch keine Zigaretten weggeworfen, kein Müll liegen gelassen und nicht auf Grasflächen geparkt werden.

Die Untere Wasserbehörde rate weiterhin, auf die Wasserentnahme aus Fließgewässern bei anhaltend hohen Temperaturen und Trockenheit zu verzichten: „Bei lang anhaltender Trockenheit und niedrigen Wasserständen wie im Sommer 2018 kann es sich bereits nachteilig auswirken, wenn nur wenig Wasser entnommen wird. Insbesondere bei kleinen Gewässern kann es zu einer starken Beeinträchtigung kommen, sodass auch die darin lebenden Tiere und Pflanzen gefährdet sind“, sagt Erkens.

Hunde im Stern-Center willkommen

Eine Abkühlung ohne dabei nass zu werden, verspricht hingegen das Lüdenscheider Stern-Center. Manager Daniel Dalsasso lädt jeden dazu ein, bei „konstanten 24 Grad auf einer der zahlreichen Sitzmöglichkeiten zu verweilen“. Und das auch gerne mit Hund: „Hunde sind bei uns nicht nur erlaubt, sie sind ausdrücklich willkommen. Wir wollen vermeiden, dass die Tiere bei diesen Temperaturen im Auto gelassen werden, wo es wirklich gefährlich für sie werden kann.“ Die Kundeninformation im Stern-Center sei zudem eine mögliche Anlaufstelle bei gesundheitlichen Notfällen aller Art.

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