"Hilfsgerüst für den Menschen bauen"

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Seit 1. Juli liegt die Beratung zu Betreuungsvollmachten beim Betreuungsverein des Diakonischen Werkes, der an der Heedfelder Straße 22 sitzt. (Mitte: die Mitarbeiter Heike Murowski und Hans Günther Ashoff). Der Verein übernimmt die Aufgabe im Auftrag der Stadt, wo Betreuungsangelegenheiten bei der Familienhilfe angesiedelt sind (Stefan Hesse, links, und Lothar Petersen, rechts).

Lüdenscheid - Hilflos zu werden ist keine Frage des Alters. Unfall oder Krankheit können von jetzt auf gleich eine Betreuung notwendig machen, wenn man nicht mehr in der Lage ist, wichtige Dinge für sein Leben zu regeln. Seit dem 1. Juli berät der Betreuungsverein des Diakonischen Werkes über Betreuungsverfügungen und Vorsorgevollmachten.

Das geschieht im Auftrag der Stadt Lüdenscheid, wo die Beratung bislang angesiedelt war. Die Stadt übernimmt auf Wunsch noch eine – kostenpflichtige – Beglaubigung.

Neue Ansprechpartnerin für eine erste Beratung ist Heike Murowski, Diplom-Sozialpädagogin und Mitarbeiterin des Betreuungsvereins. Montagsnachmittags und donnerstagsmorgens hat sie im Lutherhaus, Heedfelder Straße 22, Sprechstunde; telefonisch erreichbar ist sie unter 0 23 51 /9 07 46 2. Die Beratung ist kostenlos.

„Man kann das auch alles selbst machen“, sagt die Fachfrau. Aber es bestehe die Gefahr, dass hinterher die Rechtmäßigkeit angezweifelt werde. Denn wer anderen Vollmacht erteile, gebe die Verantwortung für wichtige Entscheidungen aus der Hand.

Was das im Einzelfall bedeutet, was es zudem mit Kontovollmacht und Patientenverfügung auf sich hat – solche Fragen werden im Beratungsgespräch geklärt. Es seien auch nicht automatisch die nächsten Verwandten für einen volljährigen Angehörigen handlungsbefugt. Müsse eine Betreuung von Amts wegen geregelt werden, sei ein richterlicher Beschluss nötig. Ein kompliziertes Feld.

Der Betreuungsverein führt selbst auch gesetzliche Betreuungen durch – als einer von mehreren Anbietern. „Als Betreuer hat man die Aufgabe, ein Hilfsgerüst um den Menschen herum aufzubauen“, erläutert Heike Murowski ihre alltägliche Aufgabe. Das Gerüst muss sich mit weiteren Helfern im Alltag füllen.

Der Verein hat 345 Betreuungen im Südkreis – ein strammes organisatorisches Pensum für acht Mitarbeiter, das – auch finanziell – nur funktioniert, weil es einen Mix aus einfachen und komplizierten Fällen gibt. - sum

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