Grundschüler leiden

Hilferuf wegen Vandalismus' auf Lüdenscheider Schulhof! "Tag beginnt mit Scherben und Müll"

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Mit einem Stahlgitter werden die Leuchten gegen Vandalismus geschützt. 

Lüdenscheid - Eine Grundschule in Lüdenscheid ist immer wieder von Vandalismus betroffen. Mehrere Jugendgruppe nutzen den Schulhof als Treffpunkt und hinterlassen Scherben, Kot und Kondome. Jetzt haben Schüler und Lehrer die Nase voll.

Auch wenn es ein bisschen so aussieht: Die in ein Stahlgitter gefassten Leuchten auf dem Schulhof der Pestalozzi-Schule sind keine vergessene Lichtrouten-Installation. Die Gitter sollen nur verhindern, dass die Leuchten immer und immer wieder zerstört werden. Es ist das vielleicht stärkste Symbol für den verzweifelten Kampf von Schulleitung, Hausmeister und Stadt gegen Vandalismus und Vermüllung an der Pestalozzi-Schule. 

Es wird getrunken, geraucht, gekifft und zerstört

Verursacher sollen verschiedene Gruppen von Jugendlichen sein, die den Schulhof an der Weißenburger Straße nach Schulschluss als Treffpunkt nutzen. Es wird getrunken, geraucht, gekifft und zerstört – so jedenfalls die Schlussfolgerung von Hausmeister Thomas Bittner anhand der gefundenen Hinterlassenschaften. Auch Kondome hat er schon entsorgt. 

Andere Leuchten wurden komplett zerstört. 

Die Pestalozzi-Schule ist eine Grundschule. Die Jugendlichen, die sich dort nach Schulschluss aufhalten, haben mit der Schule nichts zu tun – wohl aber die Grundschüler mit den Spuren der abendlichen „Saufgelage“. 

Schüler haben sich Schnittverletzungen zugezogen

Häufig muss Hausmeister Bittner am nächsten Morgen Scherben von Schnapsflaschen wegfegen. Dennoch kommt es immer wieder zu Unfällen. „Einige Schüler haben sich Schnittverletzungen zugezogen“, berichtet Konrektorin Verena Sager.

Jugendliche sollen aufs Dach geklettert sein. Dort entfernten sie eine Dachpfanne. 

Die Zerstörungswut macht die Verantwortlichen fassungslos. Das Fallrohr einer Dachrinne wurde eingetreten, Dachpfannen herausgerissen und auf den Schulhof geworfen, Absperrungen und Leuchten an der Schulwand, die nicht vergittert sind, mutwillig zerstört. 

Kot und Erbrochenes am nächsten Morgen

Hausmeister Bittner hat auch schon Kot und Erbrochenes entfernen müssen. „So viel Verstand müsste bei den Jugendlichen doch vorhanden sein, dass man das nicht macht, erst recht nicht an einer Grundschule“, sagt Hausmeister Thomas Bittner. 

Überreste, die Hausmeister Bittner auf dem Schulhof gefunden hat. 

Laut Konrektorin Sager war Vandalismus durch Schulfremde an der Pestalozzi-Grundschule schon immer ein Problem. Doch in letzter Zeit sei das Verhalten der Jugendlichen schlimmer geworden.

"Das nimmt dramatische Formen an"

„Früher haben wir Zigarettenkippen entsorgt, heute sind es Schnapsflaschen. Das nimmt dramatische Formen an. Es ist für unsere Schüler sehr traurig, wenn sie ihren Schulhof jeden Tag so vorfinden und ihr Tag mit Scherben und Müll beginnt“, sendet Konrektorin Verena Sager einen Hilferuf. 

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Bereits im Mai 2018 hatte die Schule öffentlich auf die Probleme hingewiesen. Viel zum Positiven geändert hat sich seitdem nicht. 

Stadt: "Videoüberwachung rechtlich nicht möglich"

Der Wunsch nach Videoüberwachung, für die Schulleitung eine adäquate Lösung, wurde zurückgewiesen. Stadtsprecherin Marit Schulte erklärt auch, warum: „Da es sich um keinen Kriminalitätsschwerpunkt handelt, ist eine Videoüberwachung hier rechtlich nicht möglich.“ 

Mit einem Stahlgitter werden die Leuchten gegen Vandalismus geschützt. 

Auch eine Einfriedung des Schulhofes sei von Seiten der Stadt als Schulträger nicht gewünscht. Schulhöfe sollten auch außerhalb der Schulzeit nutzbar sein – allerdings natürlich nicht so wie an der Pestalozzi-Schule. 

"Aufsuchende Jugendarbeit als Mittel der Wahl"

Aus Sicht der Stadt ist die „aufsuchende Jugendarbeit hier das Mittel der Wahl“. Nach einer kurzen Vakanz sei zum 1. April die Streetworker-Stelle wieder besetzt worden. 

Vandalismus an der Pestalozzischule

Erst am vergangenen Freitag hatte es einen größeren Polizeieinsatz an der Schule gegeben. Als die Beamten vorfuhren, flüchteten mehrere Personen, die jedoch geschnappt werden konnten. Ein 16-jähriger Lüdenscheider führte Marihuana mit sich, gegen ihn wird ermittelt. Die übrigen Anwesenden erhielten Platzverweise. 

Stadt lässt Wachdienst an Schule patrouillieren

Nach den jüngsten Vorfällen kündigte auch die Stadt Konsequenzen an. Einprivater Wachdienst werde an der Pestalozzi-Schule in den nächsten Wochen verstärkt kontrollieren.

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