Hilfen zum Schulstart für finanzschwache Familien

Die Schul-Ausstattung kostet Geld – Hartz-IV-Empfänger erhalten für das jährliche „Starterpaket“ jetzt wieder 100 Euro.

LÜDENSCHEID - Eltern von 1100 Lüdenscheider Kindern zwischen 6 und 14 Jahren im Hartz-IV-Bezug erhalten im August als „Schulstarterpaket“ je Kind 100 Euro zusätzlich von der Arge. Gleiches gilt für eine auf die Schnelle nicht zu beziffernde Zahl von Familien mit älteren schulpflichtigen Kindern bis hin zu Abiturienten und Berufsschülern – die Altersgrenze liegt bei 25 Jahren. Auch Empfänger von Arbeitslosengeld 1 (Alg 1), die einen Kinderzuschlag bekommen, erhalten das „Starterpaket“ von ihrer zuständigen Familienkasse.

Von diesen 100 Euro sollen die Familien bis zum Beginn des Schuljahres am 30. August alle nötigen zusätzlichen Ausgaben bestreiten. Die Liste ist jedoch lang. Sie reicht vom Elternanteil an den Schulbüchern über Hefte, Stifte, Malkästen, Zeichenblocks und Pinsel, Bastelmaterial, Tornister, Etuis, Turnbeutel mit Schuhen, Schwimm- und Sportzeug bis hin zur Sportbrille. Auch Schreibtisch und Stuhl wollen angeschafft sein, bei i-Dötzchen die Schultüte und bei älteren Schülern der PC, ohne den nicht nur in der gymnasialen Oberstufe kaum noch etwas geht. Obendrauf kommen Kosten, die nicht nur zum Schuljahresanfang anfallen – für Bustickets, für das vielfach eingesammelte Kopiergeld oder Beiträge zu Ausflug und Klassenfahrt.

Laut Jutta Busenius, Leiterin der Arge-Geschäftsstelle Lüdenscheid, wurde das Starterpaket 2009 eingeführt, nachdem es vier Jahre lang keine zusätzliche Unterstützung für Schulkinder aus armen Familien gegeben hatte: 2005 war die Übernahme des Elternanteils an Schulbüchern abgeschafft worden. Danach häuften sich landesweit Meldungen aus Schulen über Kinder, deren Eltern die Ausstattung nicht mehr aufbrachten. In Lüdenscheid trat die Stadt daraufhin über die Schulen an die Fördervereine heran – mit der Bitte, notfalls einzuspringen, um das Geld dann ersetzt zu bekommen. Allerdings, erinnert sich Reinhard Merkschien vom Schulverwaltungsamt, gab es darauf nur wenig Resonanz. Heute erhalte jede Schule einen kleinen „Feuerwehrfonds“, um Kindern bei fehlenden Kleinigkeiten unbürokratisch helfen zu können.

Wie in Lüdenscheider Buchhandlungen zu erfahren war, läuft der Verkauf von Schulbüchern allmählich an. Die Hochphase ist allerdings die zweite Ferienhälfte.

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