Highspeed-Internet für Lüdenscheider Schulen

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Laut Auskunft der Telekom können 60 Prozent der Haushalte in Lüdenscheid zwischen 175 und 250 Mbit/s im Download erhalten, 75 Prozent bekommen mehr als 100 Mbit/s und 75 Prozent mindestens 50 Mbit/s.

Wenn alle Förder- und Baumaßnahmen abgeschlossen sind, müsste Lüdenscheid flächendeckend über eine gute bis sehr gute Breitbandversorgung verfügen. Das geht aus einer Verwaltungsvorlage hervor.

Lüdenscheid - Ratsherr Norbert Adam hatte angefragt, wie es generell um die Breitbandversorgung in der Bergstadt steht. Das Ergebnis: Baumaßnahmen sind eingeleitet oder geplant, Förderanträge sind gestellt, wobei es nicht in allen Ortslagen eine Wahlmöglichkeit zwischen Unitymedia/Vodafone und der Telekom geben werde.

Unitymedia (Vodafone)

Laut Auskunft des Unternehmens ist derzeit für 38 600 Haushalte an 11 620 Adressen eine Kabel-Internet-Versorgung verfügbar. Das macht eine Versorgbarkeitsquote von 95,5 Prozent aller Haushalte in Lüdenscheid aus, so das Unternehmen. Bei knapp 88 Prozent aller Vodafone-Kabelanschlüssen können Lüdenscheider Gigabit-Tarife mit 1000 Mbit/s im Download buchen, ansonsten bis zu 500 Mbit/s, „die aber kurzfristig auch auf ein Gigabit angehoben werden sollen“, heißt es seitens Unitymedia.

Telekom

Die Telekom hat nach eigenen Angaben in den vergangenen Jahren Teilgebiete der Stadt mit VDSL ausgebaut. Verteilerkästen wurden mit Glasfaser angeschlossen und mit aktiver Technik aufgerüstet, während die Haushalte von dort über das herkömmliche Kupferkabel versorgt werden. Damit können laut Telekom 60 Prozent der Haushalte in Lüdenscheid zwischen 175 und 250 Mbit/s im Download erhalten. 75 Prozent bekommen mehr als 100 Mbit/s und 75 Prozent mindestens 50 Mbit/s.

Telemark

Die Telemark, Telekommunikations-Tochter der Stadtwerke Iserlohn, Menden und Lüdenscheid, versorgt insbesondere einzelne Gewerbebetriebe und -gebiete über Glasfaser und verlegt, so heißt es in der Verwaltungsvorlage, die im jüngsten Hauptausschuss vorgestellt worden ist, derzeit im Rahmen einer Landesfördermaßnahme Glasfaserleitungen in zehn Lüdenscheider Grundschulen.

Weniger als 30 Mbit/s

Im Jahr 2016 hat der Märkische Kreis in Kooperation mit den Kommunen ein Förderverfahren zur Versorgung von unterversorgten Wohngebieten mit weniger als 30 Mbit/s begonnen. Hier war ein wirtschaftlicher Ausbau der Netzbetreiber nicht vorgesehen. Doch das Verfahren, so die Vorlage, sei komplex und durch eine zwischenzeitliche Novellierung der Förderrichtlinie nicht leichter geworden.

Diese Novellierung sieht vor, die Förderung mit Blick auf einen Glasfaserausbau auszuweiten, der bis in die Gebäude reicht. Das Verfahren zog sich hin. Im zweiten Quartal 2020 schrieb die Verwaltung die Eigentümer in den Lüdenscheider Fördergebieten (544 Adressen) wegen der Beauftragung eines kostenfreien Glasfaseranschlusses bei der Telekom bis in ihre Gebäude an.

Die Rücklaufquote lag bei mehr als 90 Prozent. Zügig soll jetzt mit den Tiefbauarbeiten in den geförderten Ortslagen begonnen werden. Technisch sind dann Download- und Upload-Geschwindigkeiten von 1 000 Mbit/s und mehr möglich. Dieses Förderprojekt soll bis Ende 2022 im gesamten Märkischen Kreis abgeschlossen sein.

Karte auf der Homepage des Kreises

Die Novellierung der Breitbandförderung macht auch die Förderung für Einzellagen außerhalb größerer Ortschaften möglich. Der Märkische Kreis startete daher in Kooperation mit den Kommunen ein weiteres Förderverfahren. Unter bestimmten Voraussetzungen können jetzt auch Gewerbegebiete, Krankenhäuser und Schulen in die Förderung einbezogen werden (insgesamt 929 Adressen).

Im August dieses Jahres erfolgte die europaweite Ausschreibung. Die abschließenden Angebote werden voraussichtlich Anfang 2021 vorliegen. Danach werde der endgültige Förderantrag gestellt und der Zuschlag erwartet. Als Ausbaustart wird 2021/2022 erwartet. Als Kommune in der Haushaltssicherung muss Lüdenscheid für alle Förderverfahren keinen Eigenanteil leisten.

Informationen zu den Förderverfahren sind auf der Homepage des Märkischen Kreises zu sehen unter www.maerkischer-kreis.de/breitband.php. Hier kann auch eine Karte mit allen Fördergebieten eingesehen werden. Dort ist ersichtlich, dass die Telekom – bezuschusst durch rund 4,3 Millionen Euro an Landesmitteln und 1,1 Millionen Euro Eigenanteil des Märkischen Kreises – den Ausbau in 42 Gewerbegebieten und -ansiedlungen realisiert, beispielsweise in der Rahmede und entlang der Volme.

Damit wird für 940 Unternehmen eine Zugangsmöglichkeit zur modernen, gigabitfähigen Telekommunikations-Infrastruktur per Glasfaseranschluss hergestellt. Laut Förderrichtlinie dürfen außerdem umliegende Privathaushalte mitversorgt werden. Gefördert wird das Glasfasernetz bis zur Grundstücksgrenze. Für die Anbindung auf dem Grundstück des Teilnehmers (Hausanschluss) erhebt der Netzbetreiber pauschale Installationskosten in Höhe von 799,95 Euro.

Breitbandausbau für Schulen

Gute Nachricht gibt es laut Verwaltung auch für den Breitbandausbau an Lüdenscheider Schulen: Die Schulen, die aufgrund der Voraussetzungen nicht unter die Bundesförderung fielen, konnten nach Landesrichtlinie gefördert werden. Dies betrifft zehn Lüdenscheider Grundschulen, die derzeit durch die Telemark ausgebaut werden. Die Erwin-Welke-Schule wird durch die Telekom angeschlossen. Auch die weiteren Grundschulen und alle weitführenden Schulen werden mit Glasfaser versorgt.

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