Türkisch-griechische Ehe: „Hier wird Europa gelebt“

LÜDENSCHEID - Die Eheschließung zwischen dem Türken Ayhan Cabuk und der Griechin Hrissula Dragani-Cabuk wurde zu einem Festival der Kulturen der besonderen Art.

„Es wird hier nicht über Annäherung geredet, sie wird gelebt“, so die deutsche Trauzeugin Katja Kirmizikan, die seit vielen Jahren mit der Braut befreundet ist. Sie ist selbst mit einem Türken verheiratet, Ibrahim Kirmizikan, ebenfalls Trauzeuge bei dieser Hochzeit. „Hinter dem Paar liegt ein langer Weg sensiblen und erfolgreichen Brückenbaus zwischen den Familien“, berichtet die Trauzeugin am Rande der Hochzeit. Es seien vor allem traditionelle Prägungen zu überwinden, dass Griechen eben Griechen und Türken Türken heiraten müssten, damit Beziehungen gelingen. Die Liebe als größtes Abenteuer des menschlichen Herzens baue hier kraftvollere Brücken als alle politischen Programme zusammen. „Es braucht Zeit, bis sich die Verwandten für neue Wege öffnen und Vorbehalte überwinden können“, erzählte Katja Kirmizikan weiter.

Doch es gelang, weil das kommunikative Paar der Familie auf beiden Seiten respektvoll begegnet: Die Geschichte ihrer Liebe begann für die beiden vor 18 Jahren. Für den in Werdohl geborenen Cabuk war es Liebe auf den ersten Blick, als er auf Dragani traf, die in Drama in Griechenland geboren wurde und etwa im Alter von 14 Jahren nach Deutschland kam. Sie studierte Wirtschaft in Dortmund, er ist Gastronom, gelungene Integration auf beiden Seiten also. Und sie sind Vorreiter im Miteinander der Kulturen, zeigen wie es geht.

Dies repräsentierte auch die Hochzeitsfeier: Mit 350 geladenen Gästen gab es im Kulturhaus eine multikulturelle Feier mit Bauchtanzvorführungen, einer griechischen und türkischen Band, einem deutschen DJ, der zu späterer Stunde auflegte, und einem orientalischen Buffet, zubereitet von einem befreundeten italienischen Koch. Die Gäste stammen über griechische, türkische und deutsche Grenzen hinaus auch aus Rumänien, Italien und Russland. „Hier wird ein geeintes Europa gelebt“, so Trauzeugin Katja Kirmizikan.

Ausgelöst durch das stärkste aller Gefühle: die Liebe, wie es die Lüdenscheider Standesbeamtin Petra König-Gurian ausdrückte, die die Trauung im alten Amtssaal in den Museen der Stadt vornahm.

Yasmin Alijah

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