Hier erfahren Lüdenscheider Buddhas Weg zum Glück

+
„Es geht darum, Geistesruhe zu finden, aber nicht darum, dass der Geist einschläft“: Daniel Brasse ist seit 18 Jahren Buddhist und seit der Gründung des Zentrums in Lüdenscheid dabei. Die Gruppe trifft sich regelmäßig im eigenen Meditationsraum an der Kölner Straße.

Lüdenscheid – Wie findet man dauerhaftes Glück? Dieser Frage gehen wohl viele Menschen im Leben nach – eine kleine Gruppe in Lüdenscheid hat für sich jedenfalls einen Weg gefunden, dem näher zu kommen: mit Hilfe des Buddhismus.

Vor ziemlich genau zehn Jahren wurde das buddhistische Zentrum in der Bergstadt gegründet, seit etwa fünf Jahren befindet es sich in Räumen an der Kölner Straße 19. Seitdem ist es Anlaufstelle für Mitglieder, Neugierige und jene, die eben auf der Suche sind. 

Ein Ansprechpartner vor Ort ist Daniel Brasse. Der 60-Jährige ist seit 18 Jahren Buddhist und einer der Mitbegründer des Zentrums in Lüdenscheid. Früher waren sie „so zehn, zwölf – heute sind wir 16 Mitglieder“, sagt er. „Wir sind ‘ne gute Truppe.“ 

Meditation ein Hauptaspekt

Und vor allem bunt gemischt: Zwischen 22 und 83 Jahre alt seien sie, ihre gemeinsamen Treffen finden einmal die Woche statt; immer dienstags ab 20 Uhr. Willkommen sei jeder. „Bei den Treffen gibt es in der Regel einen Vortrag zu einem buddhistischen Thema und anschließend eine geleitete Meditation“, sagt Brasse. 

Die Meditation sei einer der Hauptaspekte im Zentrum. Das liegt auch an der buddhistischen Schule – vier große gibt es, das Zentrum in Lüdenscheid gehört zur sogenannten Karma Kagyü Linie, dem Diamantweg-Buddhismus. „Als Linie der direkten mündlichen Überlieferung legt sie besonderen Wert auf Meditation und die Anleitung durch einen Lehrer“, heißt es auf der entsprechenden Internetseite. 

"Wir sind auch Freunde"

„Es geht darum, den Geist zu befreien“, erklärt Brasse. Deutschlandweit gibt es viele Zentren, 27 allein in NRW. Sie alle organisieren sich selbst. „Wir fahren etwa regelmäßig zu Kursen und nehmen auch Angebote anderer Zentren in der Umgebung wahr.“ 

Doch vor allem gehe es um den Austausch untereinander und das Miteinander: „Wir sind auch Freunde, uns als Gruppe verbindet etwas“, sagt Brasse. Der Kontakt sei im Buddhismus wichtig, um Dinge zu erfahren und kennenzulernen, denn das meiste „lernt man nicht aus Büchern allein“. 

"Es gibt keine Dogmen"

Und: „Wenn das Ziel Erleuchtung ist, braucht man eine Karte, die einem den Weg zeigt“, betont Brasse. Im Buddhismus gehe es nicht darum, alles zu glauben und sofort zu verstehen. Vielmehr sei er eine Methode, um glücklich zu sein – „es gibt keine Dogmen“. 

Große Bedeutung haben Gefühle, sagt Brasse, „was sie auslösen und wie man mit ihnen arbeitet. Was sind die Schwierigkeiten, die uns daran hindern, glücklich zu sein?“ 

"Buddhismus ist kein Wellnessprogramm"

Die Beweggründe der Leute, das buddhistische Zentrum aufzusuchen, seien sehr unterschiedlich. Oft liege es daran, „dass das Leben nicht gut läuft und Buddha vielleicht hilft. Andere suchen Entspannung, wollen ruhiger werden. Aber der Buddhismus ist natürlich kein Wellnessprogramm – auch, wenn in jeder Sauna ein Buddha steht“. 

Brasse weiß: Im Buddhismus „geht es darum, Geistesruhe zu finden, aber nicht darum, dass der Geist einschläft“. Doch die Motivation der Menschen sei letztlich egal. „Das Ziel ist, den Geist kennenzulernen“, sagt Brasse. Und: „Karma – das Gesetz von Ursache und Wirkung. Das, was man in die Welt setzt, erlebt man eines Tages.“ 

Filmvorführung am Sonntag

Wer Fragen zum Buddhismus habe, dem stehe die Tür zum Zentrum stets offen. „Wir haben Antworten, auch wenn man am Anfang vieles nicht versteht, mit der Zeit wird das weniger. Und jeder kann das annehmen, was er möchte.“ Das buddhistische Zentrum befindet sich an der Kölner Straße 19. Weitere Infos und Kontaktmöglichkeiten unter www.diamantweg-buddhismus.de.

Weil das Zentrum sein zehnjähriges Bestehen feiert, wird an diesem Sonntag (31. März) ab 11 Uhr der Film „Hannah – ein buddhistischer Weg zur Freiheit“ im Filmpalast an der Werdohler Straße gezeigt. 

Das preisgekrönte Filmporträt erzählt, wie die Dänin Hannah Nydahl in den wilden 60er-Jahren vom Hippie zur Pionierin des Buddhismus im Westen wurde. Das buddhistische Zentrum hat mit Jutta Seiler eine langjährige Schülerin von Hannah Nydahl dazu gewinnen können, die Filmvorstellung zu begleiten. 

Jutta Seiler ist seit mehr als 20 Jahren praktizierende Buddhistin und autorisierte Lehrerin für Buddhismus und Meditation. Nach einer kurzen Einführung zu Beginn werde sie nach dem Film für Fragen aus dem Publikum zur Verfügung stehen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare