Hermann-Gmeiner-Schule: Protest gegen Schließung

Mit großer Skepsis reagieren die Mitglieder der Stadtteilkonferenz Rathmecke/Dickenberg auf die angekündigte Schließung der Hermann-Gmeiner-Grundschule. Sie drängen auf eine genaue Prüfung und mehr Transparenz.

LÜDENSCHEID ▪ Sie fühlen sich überrumpelt. „Das kam alles so überraschend, schnell und gleich so definitiv. Dabei gibt es gute Gründe, den Standort am Dickenberg zu halten“, bringt Pfarrer Thorsten Brinkmeier die Stimmung im Gemeindezentrum Rathmecke-Dickenberg auf den Punkt.

Mitglieder der Stadtteilkonferenz zeigen sich ebenfalls konsterniert, aber nicht gelähmt. Die von der Verwaltung angekündigte Schließung der Hermann-Gmeiner-Grundschule stößt auf erheblichen Widerstand. Im Gemeindezentrum haben sich Vertreter aller Institutionen des Stadtteils getroffen und loten die Lage aus.

Was ist zu tun, um die Schließung doch noch abzuwenden? Diese Frage treibt alle um, seitdem die Absicht des Schulverwaltungsamtes in den LN öffentlich wurde. Seit gestern Nachmittag sieht es danach aus, als könnte die extra anberaumte Sitzung des Schulausschusses am Dienstag nächster Woche kippen. Rolf Breucker (SPD) und Hansjürgen Wakup (CDU), der den Vorschlag auf den Tisch bringt, wollen sich in ihren Fraktionen dafür einsetzen. Sie teilen die Auffassung der Kritiker, der Beschlussvorschlag, die Hermann-Gmeiner-Schule als Teilstandort der Gevelndorfer Schule ab Sommer 2012 zu schließen, da sie mangels Anmeldezahlen langfristig nur zweizügig weitergeführt werden könne, ausführlicher begründet werden müsse.

Auch wenn die Protestler einsehen, dass die Stadt nichts am Landesgesetz, das Dreizügigkeit fordert, ändern kann, so fordern sie doch eine genaue Prüfung und Gegenüberstellung der beiden Standorte in Gevelndorf und am Dickenberg.

Hansjürgen Wakup hat Vor- und Nachteile beider Einrichtungen bereits aufgelistet, wobei die Gevelndorfer Schule gerade aufgrund baulicher Nachteile schlechter abschnitt. Doch auch inhaltliche Gründe führten die Kritiker an. Thomas Bornemann, stellvertretender Leiter des SOS-Kinderdorfes, betont: „Die Nähe zur Schule ist für unseren Standort und unsere Kinder sehr wichtig. Aber wir tauchen in der Statistik des Schulentwicklungsplans gar nicht auf.“ Anja Hymmen von TuRa Eggenscheid meint: „Wir haben enormen Zuwachs beim Mutter-Kind-Turnen sowie in der Fußball- und Tennisabteilung. Nimmt man unserem Stadtteil die Grundschule, dann nimmt man ihm auch die Attraktivität für Familien.“ Eine kleine Gruppe um Thorsten Brinkmeier wird sich jetzt für kommende Aufgaben rüsten. Sollte die Schulausschuss-Sitzung doch stattfinden, wollen sie die öffentliche Fragestunde nutzen, um mehr Hintergrundinformationen einzufordern: „Dabei kämpfen wir nicht gegen einen Schulstandort, sondern für unseren Schulstandort.“

Auch Volker Hebeler, Schulleiter des Grundschulverbandes Gevelndorf/Hermann-Gmeiner unterstreicht: „Ein Standort wird auf jeden Fall geschlossen und später werden wir in einem Boot sitzen, ob in Gevelndorf oder am Dickenberg. Deshalb sollen keine Brücken abgebaut oder Gräbern aufgerissen werden.“

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