Handlungsbedarf an der Feuerwache

Überblick an sieben Tagen rund um die Uhr: In der Leitstelle mit Tim Hens, stellvertretender Dienstgruppenleiter der Feuer- und Rettungsleitstelle MK.

Lüdenscheid - Wie führt man eine Feuerwehr, wo liegen ihre dringlichen Probleme, wie funktioniert die Arbeit vor Ort? Mit diesem Fragenkatalog im Gepäck hat Thomas Ruschin, als neuer Beigeordneter zuständig für die Feuerwehr, am Wochenende eine 24-Stunden-Schicht auf der Feuer- und Rettungswache in Lüdenscheid eingelegt.

Etwa 70 Prozent der Aufgaben seines Fachbereichs kennt der ehemalige Bezirksstadtrat von Berlin-Reinickendorf aus seiner früheren Tätigkeit. Die Arbeit der Feuerwehr ist nicht dabei, weil in Berlin dem Senat zugeordnet. Das sei einer der Gründe für seinen Einsatz auf der Feuerwache gewesen, so Ruschin.

Konkret bedeutet das zwischen Samstag und Sonntag, 7.45 bis 7.45 Uhr, Hilfe für eine gestürzte alte Dame und in einem Fall von Verdacht auf Herzinfarkt, außerdem eine Alarmfahrt zu einem übergekochten Essen in einer Wohneinrichtung und das übungsweise Zerstören eines alten Ford Fiesta.

Immerhin habe er es geschafft, ein bisschen Schlaf zu bekommen, doch am Folgetag sei er abends gegen 19 Uhr zu müde zum Fernsehen gewesen, räumt Ruschin ein.

Zu müde zum Fernsehen

Die Belastung durch den Schichtdienst sei dabei aber nur eine der Erkenntnisse, die er aus dem Kurzpraktikum mitgenommen habe. Auffällig gewesen für ihn sei zudem, vor welche Anforderungen Feuerwehr- und Rettungskräfte in technischer Hinsicht gestellt seien.

Die Ausstattung werde „durchweg als gut bis sehr gut“ beurteilt, doch gefordert sei durch die ständige Weiterentwicklung ein hohes Maß an Know how. Der technische Fortschritt droht die Feuerwehr allerdings an anderer Stelle einzuholen.

Es sei kein Geheimnis, so Ruschin, dass die Wache am Dukatenweg baulich und räumlich aktuellen Anforderungen nicht mehr genüge. Immer größere und schwerere Fahrzeuge und Vorgaben zur Arbeitssicherheit würden dazu führen, dass eine Alternative geschaffen werden müsse: „Es gibt Handlungsbedarf.“

Weiteres Ziel seiner Tätigkeit werde sein, die Feuerwehr ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken und die Nachwuchsarbeit nach außen zu kommunizieren. „Das ist ein gutes Angebot für Jugendliche“, spricht Ruschin die Arbeit von Löschzwergen und Jugendfeuerwehr an.

Die Feuerwehr biete „tolle Berufsmöglichkeiten“. Denn bei allen Belastungen, die die Arbeit mit sich bringe, gebe es eine Menge positiver Aspekte. Es handele sich um einen Dienst am Bürger mit hoher Akzeptanz. Das zeige sich auch in der politischen Landschaft, die der Feuerwehr ein hohes Maß an Sensibilität entgegenbringe. - flo

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