November: Hella Goldbach

LÜDENSCHEID - Wer einmal mit einem Bazillus angesteckt ist, der wird ihn so leicht nicht mehr los, will es auch gar nicht, wenn dieser Bazillus auf reiner Faszination beruht: Hella Goldbach ist so ein Mensch.

Von Bettina Görlitzer

1985 war sie zum ersten Mal in Israel und hatte schon direkt nach der Ankunft das Gefühl „hier bin ich zuhause.“ Zuhause ist sie nach wie vor in Lüdenscheid, aber ihre „Ansteckung“ hat bewirkt, dass sie sich seit rund 20 Jahren für den Dialog und das Verständnis zwischen Christen und Juden sowie für Toleranz und gegen Antisemitismus engagiert. Dafür gab es am 9. November die Ehrennadel der Stadt – und dafür ist Hella Goldbach unsere Lüdenscheiderin des Monats November.

Hella Goldbach

Sie ist die Lüdenscheider Repräsentantin der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit. Egal ob im Bündnis für Toleranz und Zivilcourage, im Dekade-Arbeitskreis, der im Interreligiösen Forum aufgegangen ist, oder im Verein „Gedenk-Zellen“: Hella Goldbach ist überall dabei, wo es um Dialog und Verständigung, aber auch um das Erinnern an die Opfer des Holocaust geht.

Nach ihrer ersten Israel-Reise nahm sie Kontakt zur Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Hagen auf. Das war der Beginn ihres Engagements als „Aufklärerin“ über das Judentum und Reiseorganisatorin nach Israel. Sie erinnert sich, wie alles mit einem Vortrag anfing: „Ich hatte noch nicht viel Ahnung, das war wie ein Sprung ins kalte Wasser.“ Es folgte, mit Unterstützung der Sparkasse, eine Chagall-Ausstellung in der Hauptstelle der Sparkasse.

Hella Goldbach merkte schnell, dass sie allein die Organisation von Vorträgen und Reisen nicht leisten kann – da begegnete sie Heiner Bruns, Leiter des Katholischen Bildungswerkes, der ebenfalls eine Leidenschaft für Israel hat. Daraus ist eine Kooperation gewachsen, die bis heute andauert. Das Bildungswerk bietet die Strukturen, die regelmäßige Veranstaltungen ermöglichen. Am 5. Dezember ist beispielsweise eine Exkursion zur Chagall-Ausstellung nach Münster geplant, für die kurzfristig Plätze frei geworden sind. Im April möchte Hella Goldbach eine Reise in den Norden Israels anbieten, in die Natur und auf den Spuren der Geschichte des Landes.

Hella Goldbach möchte vor allem jungen Leuten erzählen, was das Judentum ist. Für die Gedenkzellen hat sie zum Beispiel etliche Ausstellungsstücke für die Vitrinen zum jüdischen Glauben zur Verfügung gestellt. Veranstaltungen zum Tag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz am 27. Januar, und zur Erinnerung an die Reichspogromnacht am 9. November sind, auch dank Hella Goldbach, inzwischen Tradition in Lüdenscheid. Sie selbst hat sich diesen Schwerpunkt gesetzt, aber für Hella Goldbach ist es wichtig, sich für Toleranz und Verständigung aller Religionen und Nationalitäten einzusetzen. - gör

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare