DRK fuhr Hilfsbedürftige zum Weihnachtsfest

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Freudig in Empfang genommen wird der mehrfach behinderte Jürgen Glockzin von Schwester Ingeborg Broig. Dass er mit seiner Familie den Heiligabend verbringen kann, dafür sorgen Helfer des Deutschen Roten Kreuzes.

Lüdenscheid - Es ist nicht weit. Eine Strecke von der Kluse bis etwa zur Christuskirche, aber doch für den 49-jährigen Jürgen Glockzin ohne Hilfe eine unüberwindliche Strecke. Er ist mehrfach behindert und sitzt im Rollstuhl.

Von Yasmin Alijah

Dass er dennoch mit seiner Familie den Heiligabend verbringen kann, dafür sorgen Helfer des Deutschen Roten Kreuzes, die mit einem 18-Mann starken Team und fünf Fahrzeugen an den Feiertagen unermüdlich im Einsatz sind.

Sie bringen Menschen mit Behinderung nach Hause und holen sie wieder ab. Spät am Heiligabend oder auch erst nach ein oder zwei Tagen. 115 angemeldete Transporte, dazu kommen die normalen Einsatzfahrten. Die meisten Fahrer sind Bundesfreiwillige, sogenannte „Bufdis“ oder ehemalige Zivildienstleistende. Schwierigkeiten, Freiwillige für diesen Dienst zu finden, hat das DRK nicht, berichtet Leiter Gerd Tolksdorf, der ebenfalls zwischendurch in die Geschäftsstelle kommt. Für die Helfer selbst beginnt das Weihnachtsfest frühestens um 22.30 Uhr. Für niemanden ist das ein Problem. Jeder, der hier hilft, macht dies gern. „Es ist schön, die strahlenden Augen der Menschen zu sehen, die mit ihren Familien feiern können“, sagen die jungen Helfer.

Auch Fahrdienstleiter Helmut Wehberg verbringt die Feiertage im DRK-Büro, ist für Mitarbeiter und Kunden stets erreichbar, koordiniert Fahrten, nimmt Telefonate an und baut ein Buffet auf, an dem die Helfer sich zwischendurch stärken können. Diese ziehen in Zweierteams los. Sie werden in diesen Tagen nach Münster oder Wuppertal fahren, Senioren oder Menschen mit Behinderung nach Bergisch-Gladbach, nach Werdohl oder Neuenrade, von Schalksmühle bis Meinerzhagen bringen oder fahren im Lüdenscheider Stadtgebiet herum. Leichte und schwere Transporte sind dabei. „Ängstliche Menschen halten sich an Geländern fest, dann droht der Rollstuhl auf den Treppenstufen zu kippen“, berichtete der 24-jährige Maik Lucks, ein „Bufdi“, der mit dem 20-jährigen Schüler Sven Holobut den Fahrdienst durchführt. Sie fahren in die Weststraße, holen eine Seniorin ab, die dort bereits mit ihrem Sohn wartet. Strahlende Gesichter. Währenddessen sind auch die „Bufdis“ Joshua Tomicki und Kevin Lucks unterwegs, tragen einen Rollstuhl samt Seniorin viele Treppenstufen zum Wohnhaus hinauf. Kein Problem für die beiden jungen Männer. Sie sind routiniert, wissen worauf sie achten müssen, versehen souverän ihren Dienst. Aus der Puste kommen sie nicht so schnell. Für jeden, den sie befördern, haben sie als kleines Geschenk dabei: einen Kalender, eine Weihnachtskarte. Hinter jeder Fahrt stecken Geschichten, Schicksale von Menschen, Krankheiten wie ein plötzlicher Schlaganfall, der das Leben Betroffener drastisch veränderte und aus starken Menschen solche machte, die dauerhaft auf Hilfe angewiesen sind. Andere sind schon länger oder auch von Geburt an pflegebedürftig. Es rinnen Tränen an diesem Nachmittag. Für manchen Angehörigen ist es schwer, sich in diesen Veränderungen zurechtzufinden. Umso dankbarer sind sie für den Einsatz der Helfer. Mehr als 80 Menschen werden sie fahren, ein Lächeln ist ihr größter Lohn.

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