Für Wieghardt-Ausstellung 

Galerieleiterin hat Qual der Wahl aus einer Fülle an Exponaten

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„Der grüne Mantel“ heißt das Bild, das für Galerieleiterin Dr. Susanne Conzen viel Raum lässt für die Fantasie der Betrachter.

Lüdenscheid – Keine drei Monate sind es noch bis zur Eröffnung der großen Wieghardt-Ausstellung in der Städtischen Galerie. Damit hat für das Team um Galerieleiterin Dr. Susanne Conzen die heiße Phase der Vorbereitungen begonnen. Die Ausstellung unter dem Titel „Coming and Going“ soll Leben und Werk eines der bedeutendsten Künstler aus Lüdenscheid würdigen.

Die Leihgaben sind weitestgehend eingetroffen, die Bilder für den Katalog fotografiert. An den Texten für den wissenschaftlichen Begleitband wird noch gearbeitet. Außerdem müssen die konkreten Exponate ausgewählt und die Kontexte für die Gestaltung der Räume entwickelt werden. Fakt ist: „Coming and Going“ wird aufgrund der Fülle an Gemälden jeden Raum in der Galerie nutzen. Susanne Conzen wird trotzdem die Qual der Wahl haben.

Nach den Ende der Ausstellung zum Ida-Gerhardi-Förderpreis Mitte September wird die Städtische Galerie vorübergehend geschlossen, um die neue Präsentation vorzubereiten. Sowohl die Räume für Wechselausstellungen, als auch die für die Dauerausstellung sowie das Forum werden umgestaltet.

Zu den Leihgaben aus Privatbesitz, die Susanne Conzen für die Ausstellung zur Verfügung gestellt bekommen hat, gehören unter anderem eine Stadtansicht von Lüdenscheid und das Bild „Der grüne Mantel“. Beide stammen aus der Zeit, während der Paul Wieghardt seine Ausbildung in Dresden abschloss. „Der grüne Mantel“ ist, wahrscheinlich vom Künstler selbst, datiert auf 1930. Die Ansicht der Lüdenscheider Gasanstalt muss ebenfalls 1930/1931 entstanden sein, da die Genehmigung für den dritten Gasbehälter, der auf dem Gemälde bereits zu sehen ist, im Januar 1930 erteilt wurde. 

„Um manche Bilder ranken sich ganze Erzählungen“, hat Susanne Conzen während ihrer Recherche erfahren. Gerade die privaten Leihgeber wissen oft Geschichten zu ihren Gemälden zu erzählen, die innerhalb der Familien immer weitergegeben wurden. Auch „Der grüne Mantel“ sei so ein Werk. Was davon stimmt, lasse sich nicht mehr historisch korrekt nachprüfen. Deshalb haben solche Berichte für die Kunsthistorikerin zunächst einmal keine Bedeutung bei der Einschätzung des Bildes – was seine Faszination aber keineswegs schmälere. 

Es zeigt eine Szene mit einer älteren Frau im Hintergrund in einem eher schäbigen Raum, möglicherweise einer Hinterhofwohnung. Im Vordergrund sitzt eine junge Frau in eben jenem grünen Mantel, den Blick traurig, vielleicht auch furchtsam nach unten gewandt. Eine Szene, die dem Betrachter viel Raum lässt. sich seine eigene Geschichte auszudenken. Dieses Bild habe noch eine narrative Ebene, die Wieghardt in seinem späteren Werk zum Teil verlasse, erklärt Susanne Conzen dazu. Dennoch stehen die beiden Frauen, die in diesem Zimmer aufeinandertreffen, für das Thema „Die Figur im Raum“, das sich bei Wieghardt immer wieder findet. Die Stadtansicht wiederum ist eine Reminiszenz an die Heimat. In dieser Zeit pendelte der Maler noch zwischen Dresden und Lüdenscheid.

Die Ausstellung 

Die Ausstellung „Coming and Going“ anlässlich des 50. Todestages von Paul Wieghardt wird am 8. November um 19 Uhr eröffnet und wird dann bis Ende März in der Städtischen Galerie zu sehen sein. Der Künstler wurde 1897 in Lüdenscheid geboren.

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