Der Platz ist gesperrt - gespielt wird trotzdem

Heinzelmännchen? Zerstörter Bolzplatz über Nacht von Unbekannten repariert

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Das Spielgerät wartet schon: Der im April beschädigte Bolzplatz am Vogelberg wirkt auf den Betrachter mittlerweile wieder betriebsbereit. Dennoch soll die Anlage derzeit nicht benutzt werden – aus Sicherheitsgründen.

Lüdenscheid - Noch im April schien das Maß endgültig voll: Erneut hatten da Randalierer den Bolzplatz am Vogelberg heimgesucht und Teile des Kunststoff-Bodenbelags mit grober Gewalt weggerissen.

Der Elternverein, der die Freizeitanlage betreut sowie die Stadt als Besitzerin des Areals stellten daraufhin, einen „Rückbau“ der bei Hobby-Kickern beliebten Spielstätte in den Raum. Im Klartext also deren Aus. 

Inzwischen rollt der Ball auf dem Kleinspielfeld allerdings wieder – weil Unbekannte die Spielfläche repariert haben. Wie es mit dem Platz weitergeht, ist dennoch ungewiss. Der Reihe nach. 

Besagter Bolzplatz duckt sich etwas versteckt in einer Senke zwischen Erwin-Welke-Schule und dem Familienzentrum „Kindertraum“. Gerade diese verborgene Lage macht ihn aus Sicht von Anwohnern des Vogelbergs immer wieder zum Ort von Vandalismus. Zerstörungen am Metallzaun rund um die Anlage kommen demnach regelmäßig vor. Einmal flexten Kriminelle gar ganze Metallstangen an den kleinen Fußballtoren ab. Und im April – zu dieser Zeit war es wegen Corona verboten, sich auf dem frei zugänglichen Platz aufzuhalten – kam es dann zu besagter massiver Boden-Beschädigung. 

Das verschärfte Problem dabei: Der für den Betrieb des Platzes zuständige Elternverein des Familienzentrums „Kindertraum“ sah sich finanziell außerstande, den erneuten Schaden fachgerecht zu beheben. Die Hoffnung, die Stadt könne vielleicht in die Bresche springen und die Reparatur übernehmen, zerschlug sich. Wie die LN aus Verwaltungsreihen erfuhren, sei die Stadt „an dem Platz nicht interessiert“ – weil ein Engagement angesichts der ständigen Zerstörungen sinnlos erscheine. 

Dennoch macht der Bolzplatz für den Betrachter seit Kurzem wieder einen betriebsbereiten Eindruck. Grund: Der herausgerissene Bodenbelag ist wieder passgenau verlegt – was einen durchaus soliden Eindruck macht. 

Wer aber hat das getan? Dazu Claudia Okon, Leiterin des Familienzentrums „Kindertraum“: „Wir wissen es auch nicht. Vielleicht waren es Leute, die dort spielen wollten.“ Das nämlich ist seit den Corona-Lockerungen eigentlich wieder möglich. Eigentlich. Denn wegen der unklaren Qualität der Reparatur und eventueller Unfallrisiken ist der Bolzplatz laut Okon derzeit gesperrt. Auch wenn dort seit geraumer Zeit wieder gespielt wird. „Entsprechende Hinweisschilder sind aber verschwunden“, sagt Okon. 

Ein Anblick, an dem sich viele stören: Teile der Freizeitstätte sind grob vermüllt.

Wie auch immer, Vandalismus ist nicht das einzige Dilemma auf dem Bolzplatz. Auch die Vermüllung auf dem Gelände ist unübersehbar. Und das schon lange. So türmen sich an den vier Ecken des Areals die Abfälle förmlich – alte Getränkebecher, Dosen, Plastikverpackungen, leere Kartons. 

Auffällig in diesem Zusammenhang: Einen artähnlichen Bolzplatz wie den am Vogelberg – ebenfalls mit Kunststoffbelag – gibt es noch ein weiteres Mal in der Stadt – im Ortsteil Wettringhof. Diese Spielstätte – sie steht unter Regie der Stadt – gilt aber aus Sicht der Stadtverwaltung als problemfrei. Womöglich deshalb, weil dort eine soziale Kontrolle existiert – Anwohner und Passanten haben einen direkten Blick auf die Fläche.

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