April: Heidi Skorupa

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Heidi Skorupa (rechts) in ihrem Element: Ihre Gäste in der Seniorentagesstätte in Brügge freuen sich nicht nur über den Mittagstisch, sondern auch über die selbstgebackenen Kuchen.

BRÜGGE - Als man sie vor 17 Jahren fragte, ob sie sich vorstellen könnte, die Seniorentagesstätte des DRK in Brügge zu leiten, rief dies bei Heide-Marie Skorupa nur Kopfschütteln hervor...

Für drei Wochen wollte sie einspringen, aus Gefälligkeit – nach zwei Wochen kam ihr Anruf: „Ihr braucht nicht weiter zu suchen – ich mache das.“ Seitdem ist Heidi Skorupa aus dem Seniorentreff nicht mehr wegzudenken – und so ist die 51-Jährige für uns die „Lüdenscheiderin des Monats“ April.

„Innerhalb weniger Tage hat mich die Arbeit überzeugt. Das ist kein Beruf, das ist eine Berufung“, so Skorupa, die eigentlich als Qualitätsprüferin gearbeitet und im Umgang mit Senioren bis dato keinerlei Erfahrungen hatte. Doch das änderte sich schnell: „Der Umgang mit den Menschen, die Liebenswürdigkeit – das kann man mit Geld gar nicht bezahlen.“

Und so übernahm Skorupa die Tagesstätte mit der Aufgabe, die Senioren am Nachmittag mit Kaffee und Kuchen zu versorgen. Weil Fertigkuchen nicht „ihr Ding“ waren, backte sie eines Tages selbst – eine Tatsache, die sich schnell herumsprach. „Die Gruppen wurden größer“, erinnert sich Skorupa. „Und dann habe ich irgenwann angefangen zu kochen“ – der beliebte Mittagstisch war geboren. Aus den vier bis fünf Essen, die die leidenschaftliche Köchin anfangs am Tag verkaufte, sind heute 20 bis 30 Portionen geworden. Und die Gäste kommen längst nicht mehr nur aus Brügge, sondern ganz Lüdenscheid sowie den umliegenden Städten und Gemeinden. Ganze Wandergruppen melden sich zum Essen an, Geburtstagskinder kommen gar mit ihren Gästen. Und auf alle Wünsche geht Skorupa ein, sei es hinsichtlich des Menüs oder bei vorliegenden Allergien. Dabei kommt ihre westfälische Hausmannskost ebenso gut an wie ihre „Experimente“.

Eine logistische Herausforderung, sollte man meinen. Schließlich zeichnet die 51-Jährige für alles selbst verantwortlich – angefangen vom Zusammenstellen der Gerichte über das Einkaufen bis hin zum Kochen und Abwaschen. „Aber ich konnte ja mit meinen Aufgaben wachsen, weil sich alles langsam entwickelt hat.“ Und so durfte sich Heidi Skorupa im vergangenen Jahr – dank einer großzügigen Spende – über eine neue Küche freuen, die ihr und ihren Helferinnen die Arbeit in vielen Bereichen erleichert. Die Neugestaltung des Gemeinschaftsraums soll noch in diesem Jahr folgen.

Ihre damalige Entscheidung hat Heidi Skorupa übrigens nie bereut – auch wenn Arbeit und Freizeit bei ihr oft verschwimmen. „Ich weiß einfach, wofür ich das mache.“ - kes

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