Babyboom?

Hebamme aus MK beobachtet Folge von Corona: Mehr Frauen schwanger

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Lina wurde im Februar im Klinikum Lüdenscheid geboren. Ob die Geburtenrate wegen der Corona-Krise steigen wird, sehen Frauenärzte derzeit noch kritisch.

Lüdenscheid – Ist wegen der Corona-Krise zum Jahresende ein Anstieg an Geburten zu erwarten? Manche Medien berichten bereits darüber, dass die Geburtenrate in diesen Zeiten steigen könnte – begünstigt etwa durch Faktoren wie der Kontaktsperre und das nur begrenzt stattfindende öffentliche Leben.

Die Hebamme Almut Rhode gab dazu kürzlich in einem Bericht der Lüdenscheider Nachrichten ihren persönlichen Eindruck preis. Darin hieß es: „Derzeit klingelt mein Telefon fast im Viertelstunden-Takt.“ Am anderen Ende der Leitung sind Frauen, die gerade erst herausgefunden haben, dass sie schwanger sind. 

„Wenn meine Kolleginnen und ich sonst wöchentlich vielleicht einen positiven Schwangerschaftstest bei unseren Patientinnen hatten, sind es jetzt acht und mehr“, sagt die Hebamme. Und: „Ich darf dabei noch gar nicht an die Monate Dezember und Januar denken…“ 

Doch für eine tatsächliche Einschätzung sei es noch deutlich zu früh, sagt Dr. Andreas Wolf und teilt damit die Einschätzung vieler Gynäkologen in Lüdenscheid. „Einen Anstieg schwangerer Patientinnen habe ich nicht“, sagt etwa Frauenarzt Dr. Jörn Tornow. 

„Dafür besteht der Shutdown aber auch noch nicht lange genug, um das sagen zu können – wenn, dann wird man das erst in den nächsten Monaten feststellen.“ Vielmehr gebe es derzeit eher weniger Patientinnen, weil sie unter anderem Vorsorgetermine oder aufschiebbare Operationen aufgrund der Coronavirus-Pandemie nicht wahrnehmen, sagt Dr. Tornow. 

„Dazu gehören nicht die schwangeren Frauen, aber Patientinnen, die normalerweise regelmäßig in die Praxis kommen.“ Eher zu viele Patientinnen hat dagegen Hebamme Anja Schruba. Aber nicht mehr als ohnehin üblich, sagt sie: „Es gibt schon lange einen Hebammen-Mangel, von daher habe ich eigentlich immer zu viele Nachfragen. Mehr als sonst sind es aber nicht.“

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