Heba: September-Gehälter kommen in zwei Wochen

Die Auftragsbücher sind wieder voll, trotzdem musste Heba Druckguss wegen Geldmangels den Insolvenzantrag stellen.

LÜDENSCHEID - Nach dem Insolvenzantrag der Lüdenscheider Traditionsfirma W. Hesse & Bauckhage GmbH am Montag (die LN berichteten) will der vorläufige Insolvenzverwalter, der Dortmunder Anwalt Achim Thiele, eine Vorfinanzierung des Insolvenzgeldes in Höhe der bisherigen Netto-Gehälter für die rund 110 Beschäftigten auf die Beine stellen.

Insolvenzgeld, das Löhne und Gehälter ersetzt, gäbe es sonst erst in einigen Wochen – mit dem Übergang aus dem vorläufigen Insolvenzverfahren ins eigentliche. „Wir hoffen, die September-Gehälter in etwa zwei Wochen auszahlen zu können“, erklärte Rechtsanwalt Dr. Axel Kampmann. Kampmann gehört der Sozietät Thieles an und ist mit Hesse & Bauckhage befasst.

Nach 24 Stunden könne man die Brisanz der Lage noch nicht exakt einschätzen, sagte Kampmann weiter. Der Sturz von Heba in die Insolvenz sei auch die Folge des enormen Gefälles aus tiefer Krise und starkem Aufschwung. Wie anderen Unternehmen in der Autozulieferbranche fehle Heba nach dem Krisenjahr zum Durchstarten jetzt das Geld für Materialkäufe oder das teure Erstellen neuer Werkzeuge. Die Auftragslage sei gut, jetzt komme es darauf an, Kapital durch Einholen von Außenständen und die laufenden Aufträge hereinzuholen.

Positiv bewertet Kampmann erste Gespräche mit Kunden und Lieferanten. Gestern und heute erläuterten ihnen Verwalter und Geschäftsführung die weiter gegebene Lieferfähigkeit und das Konzept zur Sanierung in der Planinsolvenz. Erfolgsaussichten und Dauer dieses Verfahrens hingen aber nicht nur vom Unternehmen selbst ab, sondern auch vom wirtschaftlichen Erfolg der nächsten Zeit und vom Verhalten der Gläubiger.

Zum Appell von Bürgermeister Dieter Dzewas, die Tarifvertragsparteien in den Sanierungsprozess einzubeziehen, sagte der Vertreter des vorläufigen Insolvenzverwalters: „Wir führen sehr konstruktive Gespräche mit dem ordentlich gewählten Betriebsrat, der von der IG Metall unterstützt wird und mit dem Bevollmächtigten Bernd Schildknecht in engem Kontakt steht.“ Der Betriebsrat habe die Bereitschaft der Mitarbeiter zur Unterstützung des Sanierungsplans erklärt.

Zu einer Beteiligung des Lüdenscheider Arbeitgeberverbandes äußerte sich Kampmann zurückhaltend: Das Unternehmen könne seine Interessen gut selbst vertreten.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare