HEBA GmbH will sich in Insolvenzverfahren sanieren

Die W. Hesse & Bauckhage GmbH, kurz Heba, hat Insolvenzantrag gestellt. Der Betrieb an der Talstraße arbeitet aber voll weiter, Entlassungen soll es nicht geben.

LÜDENSCHEID - Die rund 110 Beschäftigten nahmen es in der Betriebsversammlung „gefasst und ruhig“ auf, wie es gestern hieß: Die W. Hesse  & Bauckhage GmbH, kurz Heba, hat am Montag wegen drohender Zahlungsunfähigkeit beim zuständigen Amtsgericht Hagen den Antrag auf Insolvenzeröffnung gestellt.

Das seit 90 Jahren bestehende Unternehmen soll aber über ein Insolvenzplanverfahren saniert werden: Niemand bei Heba solle seinen Arbeitsplatz verlieren, der Geschäftsbetrieb laufe in vollem Umfang weiter, und die Bezahlung über das Insolvenzgeld werde „vielleicht eine Woche später“ erfolgen als üblich, verlautete gestern auf LN-Nachfrage.

Im Planverfahren bleibe die Geschäftsführung im Amt und werde mir dem vorläufigen Insolvenzverwalter, dem Dortmunder Anwalt Achim Thomas Thiele, zusammenarbeiten. Hinzu kämen weitere „namhafte und kompetente Partner für die Durchführung der Sanierung, die in erster Linie auf den Erhalt der Arbeitsplätze abzielt“. Damit seien keine Investoren oder Übernehmer gemeint, sondern Fachbüros, die schon erfolgreiche Sanierungen durchgeführt haben. Man sei zuversichtlich, dass dies auch bei Heba gelingen wird.

Trotz vielfältigster Bemühungen könne Heba aber die Probleme, die sich in den vergangenen Monaten insbesondere im Hinblick auf die Automobilkrise abgezeichnet hätten, „im jetzigen Betrieb nicht mehr lösen“.

Bürgermeister Dieter Dzewas erklärte auf Anfrage, er rate dringend dazu, auch die Tarifvertragsparteien in den Lösungsprozess einzubeziehen. „Damit haben wir in der Vergangenheit beste Erfahrungen gemacht.“

Die Heba GmbH mit Sitz an der Talstraße stellt Präzisionsteile aus Alu-Druckguss her und beliefert neben der Automobilindustrie auch Kunden in der Elektronik. Das Unternehmen wurde 1920 in Lüdenscheid von Wilhelm Hesse gegründet. Damit begann eine Erfolgsgeschichte. In den 90er Jahren wurde die Druckgussfertigung als eine der ersten in Deutschland mit Robotern zu vollautomatischen Gießzellen ausgebaut. 2002 gab es die letzte Werkserweiterung mit einer starken Vergrößerung des Werkzeugbaus.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare