Haydnstraße: Anwohner fürchten Bebauung

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Idylle im Wandel? Wo jetzt noch Äcker sind, könnten irgendwann Wohnhäuser stehen. Diese Vorstellung schreckt die Anwohner. ▪

LÜDENSCHEID ▪ Wer am Ende der Haydnstraße in Lüdenscheid steht, bekommt ein Gefühl für die Schönheit der Natur. Wiesen, Äcker und Wald beginnen gleich hinter den letzten Häusern, kein Durchgangsverkehr stört die Idylle. Der Blick schweift frei Richtung Felde, Eicken und Othlinghausen. Da wundert es nicht, dass die Anwohner gern hier leben. Ob das immer so bleiben wird, ist indes ungewiss.

Die Nachbarschaft jedenfalls ist seit kurzem aufgeschreckt, fürchtet für die Zukunft den Bau weiterer Häuser in ihrem direkten Umfeld und organisiert daher den Protest. „Wir hätten unser Haus schließlich nicht gekauft, wenn wir von einer weiteren Bebauung hier ausgegangen wären.“ So formuliert es Anwohner Bernd Lilienthal, der zusammen mit seiner Frau Brigitte Herzel, Carina und Michael Schroll sowie Uwe Müller bisher den Kern der protestierenden Nachbarschaft bildet. Die Häuser an der Haydnstraße stammen in der Regel aus den sechziger und siebziger Jahren.

Den Grund für die Sorgen der Anwohner liefern nun die Aktivitäten der Kommune zur Neuaufstellung des Flächennutzungsplans für das Stadtgebiet.

Zur Erklärung: Im Dezember hatte die Verwaltung einen Entwurf des neuen Flächennutzungsplans öffentlich vorgestellt. Der soll, der Name sagt es, die künftigen Verwendungzwecke von Grund und Boden in der Bergstadt festlegen. Und als mögliche Neubaugebiete sind in dem Planungsentwurf eben auch Areale am Ende der Haydnstraße ausgewiesen.

Das war zwar auch im alten Flächennutzungsplan, der noch aus den siebziger Jahren stammt, nicht anders. Eine reelle „Gefahr“ haben die Anwohner aber in der Planausweisung nie gesehen. Dazu Bernd Lilienthal: „Uns ist damals von der Verwaltung versichert worden, dass auf Jahre hinaus keine Bauprojekte erkennbar seien.“

Daran scheint sich bis jetzt nicht viel geändert zu haben. Dennoch wollen sich die Anwohner rechtzeitig zur Abwehr von zusätzlichem Haus- und Straßenbau formieren. Die Angst vor Lärm und zugebauten Ausblicken treibt die Bürger dabei in ihrem Engagement an. „Es geht auch um den Erhalt der Lebensqualität“, sagt Brigitte Herzel.

Bernd Lilienthal hält ein Neubaugebiet vor seiner Haustür, aber auch anderswo auf absehbare Zeit generell für unnötig: „Angesichts des Bevölkerungsschwunds in Lüdenscheid braucht man das nicht. Da sollte man zunächst lieber Altbestände nutzen.“ In einem nächsten Schritt wollen die Anwohner die Fraktionsvorsitzenden der Parteien per Brief über ihre Sorgen informieren.

Gut denkbar ist jedoch, dass es aus einem anderen Grund so schnell nicht zu einer Bebauung kommen wird. Denn das Bauland, um das es geht und das nach LN-Informationen der Familie eines Lüdenscheider Bauunternehmers gehört, liegt größtenteils ziemlich dicht am Lösenbacher Steinbruch. Und die dort regelmäßig durchgeführten Sprengungen gelten als potenzielle Gefahr für die Bausubstanz. ▪ dt

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