Havanna-Club verärgert: Rechtsstreit mit der Stadt

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Marc Tegtmeyer ist 2. Vorsitzender des Havanna-Clubs Lüdenscheid.

Lüdenscheid - „Plötzlich ging mein Laptop nicht mehr“, erinnert sich Marc Tegtmeyer an den Aufbau des Havanna-Club-Stands am 12. September 2015 kurz vor Beginn des Stadtfestes. „Erst dachte ich, das Gerät sei defekt, doch dann war auch die gesamte Musikanlage geschrottet.“ Beim Blick in den Elektranten, an dem das Stromkabel angeschlossen war, habe sich herausgestellt, dass die Verbindung in der Verkabelung fehlerhaft war und so viel zu viel Starkstrom durchs Kabel geleitet worden war. Die komplette Anlage war hin: „Der Schaden, der unserem Verein dadurch entstanden ist, liegt bei gut 6000 Euro“, sagt Tegtmeyer, stellvertretender Vorsitzender des Havanna-Clubs.

Die falsche Verbindung wurde per Fotos festgehalten und der Schaden auch von Elektromeister Andreas Hoffmann, Mitglied des Havanna-Clubs, festgestellt. Vor Ort seien von einem STL-Mitarbeiter auch die Sätze gefallen: „Das ist doch die Steckdose unten rechts. Ist die immer noch nicht repariert“, erinnert sich Tegtmeyer.

Die Schadenregulierung erweist sich inzwischen als wenig befriedigend: „Wir haben den Geschichts- und Heimatverein als Veranstalter des Stadtfestes angeschrieben und uns auch an die Stadt gewandt. Der STL hat die Firma Jungkurth ja mit der Wartung beauftragt. Aber über die Antwort aus dem Rechtsabteilung sind wir schon sehr enttäuscht.“

Michael Epp vom Fachdienst Recht und Sozialversicherung schrieb: Beim Stadtfest stelle die Stadt den Strom unentgeltlich zur Verfügung. „Die Haftung der Stadt, die sich bei ,Fehlern’ normalerweise nur über ein Verschulden herleiten lässt, ist in diesem Fall wegen der Unentgeltlichkeit nochmals verringert, weil in solchen Fällen nur für große Fahrlässigkeit gehaftet wird.“ Diese liege aber nicht vor, weil die Elektranten im Auftrag der Stadt von der Firma Jungkurth vierteljährlich gewartet würden und eine Wartung sogar noch kurzfristig vor dem Stadtfest erfolgt sei.

Der Havanna-Club hat inzwischen Rechtsanwalt Thomas Geuking mit der Vertretung seiner Interessen beauftragt. „Wir stecken seit vielen Jahren immer wieder einige tausend Euro in das Stadtfest. 30 Mitarbeiter unseres Vereins engagieren sich ehrenamtlich. Im letzten Jahr haben wir auch keinen großen Umsatz gemacht, weil das Wetter so schlecht war. Und jetzt noch das. Das soll doch immer das Fest der Vereine sein. Jetzt aber lässt man uns so hängen. Unter solchen Voraussetzungen macht das keinen Spaß mehr.“

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