Kinderessen kosten bald mehr Geld

Das Essen in Kitas will die Stadt nicht mehr mitbezahlen. Und die Mahlzeiten an Haupt- und Förderschule sollen teurer werden.

LÜDENSCHEID - Rund eine Million Euro im Jahr will die Stadt mehr einnehmen, indem sie die Elternbeiträge für alle Kindergartenkinder heraufsetzt, hinzu kommen für Familien mit Kindern in den Einrichtungen aber noch weitere Belastungen – etwa beim Essensgeld.

So hatte der Stadtrat jüngst beschlossen, dass die Stadt den Eltern-Euro als Beitrag für das Mittagessen in Kindergärten übernimmt. Ab Mitte 2013 soll das wieder zurückgenommen werden, dann will die Stadt 12 000 Euro einsparen, in den Folgejahren bis zum Auslaufen des Haushaltssicherungskonzepts dann jeweils 30 00 Euro. Weitere 40 000 Euro pro Jahr will die Verwaltung dann bis 2022 zudem dadurch einsparen, dass es kein kostendeckendes Essensgeld mehr gibt.

Für die Träger, also im Wesentlichen die Kirchen und die Wohlfahrtsverbände, bedeutet dies, dass sie den Elternbeiträgen künftig auch hier vielfach hinterherlaufen müssen. Denn für die Träger ist das Auftischen von Mittagessen verpflichtend: Ohne Mahlzeiten dürften Kinder gar nicht ganztägig in ihren Einrichtungen bleiben. Erst kürzlich hatte eine Sprecherin der katholischen Kindergärten die Stadt Lüdenscheid ausdrücklich für ihr weit und breit einmaliges Engagement bei den Kinderessen gelobt: Es erspare den Trägern zumindest hier das mitunter schwierige Geschäft der Beitragsabwicklung, vor allem, wo es um Hartz-IV-Empfänger geht. Denn diese Eltern müssen für die Mittagessen ihrer Kinder immer wieder Zuschüsse beim Jobcenter beantragen, und beileibe nicht alle Familien im Leistungsbezug kommen dem regelmäßig nach.

Teurer werden sollen zudem die angebotenen Mittagessen an der Ganztagshauptschule Stadtpark sowie an der Friedensschule, der städtischen Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Lernen. Mit jeweils 2500 Euro an Mehreinnahmen pro Jahr rechnet die Stadtverwaltung durch diese Maßnahme.

Doch auch hier sind schon heute Probleme bei der Bezahlung der Essensbeiträge durch Teile der Elternschaften bekannt. - hgm

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