Wohnen in eigenen vier Wänden teurer

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Die Stadt macht das Wohnen in den eigenen vier Wänden wohl teurer – auch hier in der Grebbecke.

LÜDENSCHEID - Die Stadt will auch das Wohnen in den eigenen vier Wänden erneut teurer machen. Noch in diesem Jahr soll der Hebesatz der Grundsteuer B für Hausbesitzer in Lüdenscheid von jetzt 429 auf 470 Prozent ansteigen.

Pro Punkt geht die Stadt laut Kämmereileiter Sven Haarhaus von einer Mehreinnahme in Höhe von 26 000 Euro aus. Das entspräche einer jährlichen Mehreinnahme in Höhe 1,06 Millionen Euro – bis zum Auslaufen des Haushaltssicherungskonzeptes im Jahr 2022 wären das etwa zehn Millionen.

Der Landesschnitt für die Grundsteuer B lag im Herbst letzten Jahres deutlich niedriger – bei 446 Punkten für ganz NRW. Allerdings verwies Stadtkämmerer Karl-Heinz Blasweiler vor dem Stadtrat darauf, dass dieser Hebesatz-Schnitt zwischen Rhein und Weser beständig ansteige.

Und: Auch nach der jetzt beabsichtigten Erhöhung um 9,6 Prozent liege Lüdenscheid bei der Grundsteuer B noch immer im Mittelfeld vergleichbarer Städte – zwischen Lippstadt (mit 420 Prozent und Lünen mit 580.

Dass die erneute Erhöhung der B-Steuer ganze Hausfinanzierungen ins Wanken bringen könnte, hält der Lüdenscheider Stadtkämmerer jedenfalls für ausgeschlossen. Im Stadtrat rechnete er vor, dass der geplante Steuer-Aufschlag für ein Einfamilienhaus mit 100 Quadratmetern Wohnfläche im Monat 1,91 Euro ausmache: „Das entspricht heute gut einem Liter Sprit.“ Im Jahr mache die Erhöhung knapp 23 Euro aus. „In einer 600-Quadratmeter-Villa ist das natürlich mehr, aber das treibt wohl niemandem Tränen in die Augen.“

Auf den Einwand, dass Familien etwa in der Kinderbetreuung oder auch an der Tankstelle noch zusätzlich belastet würden, entgegnete Karl Heinz Blasweiler: „Solche Erhöhungen halte ich für zumutbar, wenn eine Stadt wie unsere wirklich am Bankrott entlangschrammt. Irgendwo müssen auch wir unser Geld herbekommen. Wir können nicht immer nur Mehrkosten, die Bürger an anderer Stelle haben, durch Verzichte auffangen.

Die Grundsteuer A, die ebenfalls erhöht wird, betrifft Landwirte – die es in Lüdenscheid kaum gibt. - hgm

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