Sparpaket bringt auch Einschnitte bei der Jugend

+
Auch das Familienbildungszentrum der Awo am Duisbergweg soll bei städtischen Zuschüssen künftig leer ausgehen.

LÜDENSCHEID - In vielfältiger Weise sind Jugendangebote und Einrichtungen der Stadt sowie der Wohlfahrtsverbände als auch Vereinszuschüsse von den geplanten Einschnitten durch das Haushaltssicherungskonzept (HSK) betroffen.

Allerdings wollen SPD und Grüne in ihren Fraktionsberatungen gerade den Bereich Kinder und Jugend unter die Lupe nehmen.

HIER finden Sie die Berichterstattung zum Thema vom Vortag.

Laut dem HSK-Entwurf soll zum Beispiel die Familienbildungsstätte der Awo am Duisbergweg ab 2015 keinen städtischen Zuschuss mehr erhalten. Bisher waren es 20.000 Euro im Jahr. Für 2012 soll der Zuschuss bereits auf 15.400 Euro heruntergesetzt werden. Dieses Geld gäbe es für die Bildungsstätte dann nur noch für zwei weitere Jahre, ab 2015 wäre endgültig Förderschluss.

Auch für die Jugendeinrichtungen des CVJM-Stadtverbandes könnte es ab 2014 bitter werden: Bis dato gezahlte 50 000 Euro im Jahr werden dann laut dem Sicherungskonzept komplett gestrichen. Das Selbsthilfezentrum, das zuletzt noch 18 300 Euro erhielt, ist ebenso von einer Streichung betroffen wie Ehrenamtbörse, die im letzten Jahr noch 4000 Euro aus der Stadtkasse bekam.

Lesen Sie auch:

Gerätehaus in Brügge: Eigenbau soll Miete sparen

Winterdienst soll eingeschränkt werden

Kultureinrichtungen bleiben, Strukturen ändern sich

Gestrichen werden soll auch das Projekt „Verlängerte Öffnungszeiten“, das für 10.000 Euro jährlich Randzeiten bei der Öffnung städtischer Kindergärten gewährleistete. Zuschüsse für die offene Jugendarbeit in Höhe von 75.000 Euro sollen ab dem Jahr 2017 entfallen.

Bereits ab dem kommenden Jahr müssen verschiedene Träger von Jugendarbeit mit Einbußen in Höhe von insgesamt 25.000 Euro jährlich rechnen, allein 30 000 Euro will die Stadt an Zuschüssen für Jugendfreizeiten einsparen. Diverse freie Planstellen in Jugendamt und Jugendpflege, Jugendgerichts- und Familienhilfe sowie der Adoptionsvermittlung sollen nicht wiederbesetzt werden.

Bei den Hilfen zur Erziehung geht es dann wieder um größere Beträge. Hier will die Stadt im Jahr 2014 erst 50.000, in den Jahren darauf 100.000 und 150.000 Euro und schließlich in weiteren Schritten bis zum Auslaufen des HSK bis zu 550.000 Euro im Jahr einbehalten.

Für die Stadtverwaltung legte Kämmerer Karl Heinz Blasweiler bei der Vorstellung des Haushaltssicherungskonzeptes (HSK) im Hauptausschuss am Montag indes Wert auf die Feststellung, dass man tatsächlich keine Einrichtung – auch keine Jugendeinrichtung – im Rahmen des HSK schließen wolle. Und das, obwohl der Jugendbereich auftragsgemäß etwa eine Million Euro zur Haushaltskonsolidierung beitragen sollte.

Dass das Jugendzentrum am Hebberg und auch das Haus der Jugend nicht mehr als Treffs für junge Leute zur Verfügung stehen, ist laut Blasweiler allein der Tatsache geschuldet, dass es Platzbedarfe für den Ausbau von Kindergartenplätzen für Kinder unter drei Jahren gibt. „Mit dem HSK hat das rein gar nichts zu tun.“ ‘ - Thomas Hagemann

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare