Haushalt 2013: Dzewas mahnt neues Denken an

LÜDENSCHEID ▪ Zehn Millionen Euro mehr Gewerbesteuer-Einnahme für die Stadt, aber damit auch zehn Millionen weniger an Schlüsselzuweisungen vom Land: Da kann sich Bürgermeister Dieter Dzewas nur wundern, wenn bereits vom Ende der Schuldenkrise der Städte die Rede ist.

Wie Dzewas am Montag zur Einbringung des Etatentwurfs 2013 erklärte, stünden die Zeichen bei vielen heimischen Betrieben „auf Abwarten“. Der Aufwärtstrend am heimischen Arbeitsmarkt sei vorläufig gestoppt, Entlassungen wie bei Erco oder Betriebsaufgaben wie bei AIS Deco Systems seien „deutliche Warnsignale für die wirtschaftliche Entwicklung“. Dzewas: „Für die betroffenen Mitarbeiter und ihre Familien ist dies eine Katastrophe, insbesondere, wenn wie bei AIS keine verantwortlichen Tarif- oder Sozialpartner diesen Prozess begleiten.“

Sollten sich die Krisenzeichen verdichten, appelliere er dringend an die Bundesregierung, die zurückgenommenen Regelungen zur Verlängerung des Kurzarbeitergeldes sofort wieder einzuführen: „Für unseren hiesigen Wirtschaftsraum hat sich diese verlängerte Kurzarbeit mehr als bewährt.“

Zum Handel: Auch wenn mit dem Neubau von Peek & Cloppenburg Stern- und Rathausplatzes runderneuert seien, „gibt es in der Stadt noch viel zu tun“, sagte Dzewas. Zwar dränge der große Einzelhandel ins unmittelbare Zentrum. Doch gerade die übrigen Bereiche der Innenstadt wie auch die Angebote im weiteren Zentrum und in den Stadtteilen „bedürfen unserer positiven Begleitung“. Hier nannte Dzewas den Einzelhandel am Bräucken und in Brügge Ost, die von der Regionale eröffneten Möglichkeiten am Knapp sowie Alt- und Oberstadt.

Die Vermarktung der Ex-Wehmeyer-Fläche im Stern-Center sei angeblich auf einem gutem Weg: „Dies wäre ein gutes Zeichen für Lüdenscheid als attraktives Einkaufszentrum für die Region“, sagte der Bürgermeister.

Die Arbeitslosigkeit, zuletzt mit 7,1 Prozent wieder leicht steigend, treffe vor allem weniger Qualifizierte. Gesucht würden weiter Facharbeiter, Techniker und Ingenieure. Hier setzten daher die Bemühungen zum Ausbau des Bildungsstandortes Lüdenscheid an. „Deshalb ist es wichtig, die Denkfabrik gemeinsam zu einem Erfolg für unsere gesamte Region Südwestfalen und insbesondere für unsere Stadt zu machen.“

Auch die zweite Ausbildungsmesse der Stadt sei nicht von ungefähr ein Riesenerfolg gewesen. Und die Anstrengungen für ein besseres Umfeld für Familien seien im Familienmonat „Famo“ enorm angeschoben worden, dankte Dzewas dem Initiator Willi Denecke und den beteiligten Rathaus-Beschäftigten. Zudem sei es kein Zufall, dass der Ausbau von U3-Kitaplätzen für rund 1,4 Millionen Euro neben der Denkfabrik und dem neuen Feuerwehr-Gerätehaus Brügge die Investitionen 2013 prägen werden.

Ein neues Denken auch in der Politik mahnte Dzewas an, was die Sparzwänge der Stadt angeht. Hier hätten zuletzt einige Bürger Eigeninitiative gezeigt, was beispielhaft sei. Diejenigen, die auch in der Politik weiter nur nach der Stadt riefen, fragte der Bürgermeister: „Ist es wirklich so außergewöhnlich oder gar unzumutbar, wenn ich gerade den Rasen im Vorgarten gestutzt habe, auch die benachbarte städtische Fläche in Absprache mit dem STL zu mähen?“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare