Hausaufgaben fürs Center

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Center-Manager Kai Ehlers (3.v.links) bekam im Gespräch mit Behindertenvertretern eine Reihe von Anregungen.

Lüdenscheid - Bevor das Stern-Center sich das Gütesiegel für „Generationenfreundliches Einkaufen“ auf die Schaufensterscheiben kleben darf, gibt’s noch einiges zu tun. Einige Hausaufgaben nahm Center-Manager Kai Ehlers aus der Sitzung der Interessenvertretung für Menschen mit Behinderungen mit. Tenor bei jedem Punkt: Wer nicht behindert ist, sieht die Welt mit anderen Augen – und übersieht Wesentliches.

Dieses Siegel werde von der IHK vergeben, so Ehlers, „und wir haben die Chance, es zu erhalten“. Dazu muss man Bedingungen erfüllen. Das betrifft zum Beispiel die Breite der Gänge in den Geschäften, so dass man mit Rollstuhl, Rollator oder Kinderwagen hindurch kommt. Es betrifft Aufzüge, Eingänge – und Mietpartner, die an einem Strang ziehen. Das erfordert Abstimmungsarbeit, denn „mein Einfluss endet an der Ladentür“. Aber erklärtes Ziel sei es, familienfreundlicher zu werden: „Das ist eine spannende Aufgabe, die wollen wir 2015 angehen.“

Dazu gehört, grundsätzlich behindertenfreundlicher zu werden, befand die Runde, und wies den Gast auf Mängel hin. Dietmar Klebon, der für den Interessenverband für Unfallverletzte im Gremium sitzt, ist Rollstuhlfahrer und kritisierte beispielsweise die Behindertentoilette. Die sei sehr klein, entspreche nicht den Din-Normen, und es sei sehr beschwerlich, dort zurechtzukommen. Besonders ärgerlich: Der Warmluft-Handtrockner hänge viel zu hoch und sei im Sitzen nicht zu bedienen. „Hier wäre ein Papierspender sinnvoll“, regte er an. In richtiger Höhe, natürlich. „Und dazu ein Papierkorb, der kein Treteimer sein sollte. Sie glauben nicht, wie oft man das sieht.“

Während sich die Handtuchfrage recht schnell lösen lässt, seien bauliche Veränderungen kompliziert und in der Regel zu teuer, räumte Ehlers ein. Neue Aufzüge werde es nicht geben, kleine Verbesserungen möglicherweise. Schilder, die bei Aufzugtüröffnung die Etage anzeigen, gehören dazu. „Noch schöner wäre, wenn er spricht“, ergänzte Henning Schwartz für die Blinden und Sehbehinderten. Auf deren Wunschliste stehen Orientierungs-Leitlinien zum Aufkleben sowie ein „Einkaufspate“, der, „wie früher im Kaufhof“, mit etwas Vorlauf zur Verfügung stünde. Ob das machbar ist, will Ehlers prüfen. Was schnell machbar ist, sind längere Intervalle beim Türtaster am unteren Eingang Altenaer Straße.

Einstimmig sprach man sich nach kurzer Diskussion dafür aus, den Aktionstag 2015 wieder im Center zu machen – am 9. Mai, einen Tag vor Muttertag, denn „dann ist richtig ‘was los“. Für Kai Ehlers war’s ein Beschluss in letzter Minute: „Der Kalender ist schon fast dicht.“ - sum  ‘ Kommentar

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