Hausarztpraxis von Dr. Struck schließt endgültig

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Zahlreiche Patienten sowie ehemalige Angestellte verabschiedeten sich persönlich am letzten Arbeitstag von Hausarzt Dr. Jürgen Struck.

Lüdenscheid - Am Freitag öffnete die Hausarztpraxis von Dr. Jürgen Struck ein letztes Mal. Im Rahmen eines „Tages der offenen Tür“ waren alle Patienten, aber auch ehemalige Mitglieder des Praxisteams eingeladen, gemeinsam mit dem beliebten Mediziner, seiner Ehefrau Renate sowie Arzthelferin Petra Radoux in Erinnerungen zu schwelgen, Weihnachtsplätzchen zu essen und Abschied zu nehmen.

Vor allem vielen älteren Menschen fiel der Abschied schwer, und nicht selten flossen Tränen. Traurig darüber, dass die Arztpraxis in der Werdohler Straße 29 nun für immer schließt, ist zum Beispiel Marie Schiller. Sie war bereits Patientin bei Dr. Wesberg, dem Schwiegervater von Dr. Jürgen Struck. Von ihm übernahm Struck im Jahre 1974 die Praxis und damit auch Marie Schiller als Patientin. „Dr. Struck hat sich viel Mühe gegeben mit seinen Patienten“ meint Marie Schiller. „Er hat sich immer für mich Zeit genommen und mich aufgebaut, wenn es mir gesundheitlich schlecht ging.“

Seit 1974 ist auch Paul Kees Patient in der Praxis von Dr. Jürgen Struck. „Ich mochte vor allem die lockere Atmosphäre hier in der Praxis“, erzählt Kees. „Darüber hinaus habe ich Dr. Struck auch als Mediziner schätzen gelernt, der sich nicht gescheut hat, einen Facharzt zu konsultieren, wenn er mal nicht weiter wusste.“ Dass er immer genau zuhörte und sich Zeit für seine Patienten nahm, mochte auch Margot Lenke an Dr. Jürgen Struck. „Ich werde wohl nie wieder so einen Arzt vom ‘alten Schlag’ finden“, sagt sie traurig.

Mit Stefanie Korthaus und Isabella Kowalewski besuchten schließlich auch zwei ehemalige Arzthelferinnen der Praxis ihren ehemaligen Arbeitgeber. Stefanie Korthaus, die von 1982 bis 1996 im Team von Dr. Jürgen Struck arbeitete, schätzte vor allem die angenehme Arbeitsatmosphäre und die gute Zusammenarbeit mit dem Chef und den Kolleginnen. „Wir waren wie eine große Familie“, erinnert sich Stefanie Korthaus. Noch heute denkt sie sehr gerne an die Zeit in der Praxis zurück.

Renate Struck, die bei ihrem Mann als Arzthelferin arbeitete, kann es noch nicht so richtig fassen, dass ihre Zeit in der Praxis nun endgültig beendet ist. „Aber ich freue mich auch auf den Ruhestand, denn ich bin ein Mensch, der im Hier und Jetzt lebt und nicht nach vorne oder hinten blickt“, meint Renate Struck.

Bei Dr. Jürgen Struck überwog an seinem letzten Praxistag ebenfalls die Freude über Danksagungen und Glückwünsche. „Heute bekommen wir komprimiert zurück, was wir in den letzten Jahren versucht haben, den Patienten zu geben“, freut sich der Mediziner. „Deshalb bin ich nicht so sehr betrübt darüber, dass hier nun für immer das Licht ausgeht, sondern vor allem froh über die Gewissheit, dass wir scheinbar alles richtig gemacht haben.“

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