Bekannte schaltet sich ein

Hausarzt im MK gestorben: Akten unter Verschluss - neue Hoffnung für Patienten

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Die Patientenakten des verstorbenen Hausarztes sind unter Verschluss. Jetzt kommt Bewegung in die Angelegenheit. (Symbolbild)

Lüdenscheid - Mehr als 2000 Patientenakten waren nach dem Tod eines Lüdenscheider Hausarztes verschwunden. Wer seine Unterlagen mit Krankheitsgeschichten, Dokumentationen über Klinikaufenthalte, Befunden oder Therapien zurückhaben wollte, scheiterte. Nun kommt Bewegung in die Angelegenheit.

Einer der betroffenen Patienten des beliebten Mediziners, der Lüdenscheider STL-Stadtreiniger Andreas Hillemann, vermutete vor zwei Monaten, die Witwe des Hausarztes halte die Daten unter Verschluss. „Die lagern in irgendeiner Garage, so weit ich weiß.“ 

Doch Versuche, mit der Frau in Kontakt zu kommen oder Hilfe bei seiner Krankenkasse zu bekommen, endeten erfolglos. Hillemann schaltete den Lüdenscheider Rechtsanwalt Lars Blossfeld ein. Seine Daten blieben für ihn unerreichbar. 

Auch ein Einschreiben mit Rückschein an die Lüdenscheider Adresse der Frau konnte beispielsweise nicht zugestellt werden. Auch der Lüdenscheider Rechtsanwalt Dominik Petereit schaltete sich für einen Mandanten ein und erhob beim Amtsgericht Klage auf Herausgabe dessen Akten aus dem Fundus des toten Arztes. 

Damit erwirkte er immerhin für diesen Einzelfall ein Versäumnisurteil, mit dem die Witwe gezwungen werden kann, die teils sensiblen Daten herauszurücken. Petereit: „Da geht es unter anderem um Patientenverfügungen.“ Das Urteil sei noch nicht rechtskräftig. 

Durch die persönliche Bekanntschaft einer ehemaligen Patientin zu der Arzt-Witwe zeichnet sich nun eine Lösung im Sinne vieler Lüdenscheider ab. Petra Mölle gelang es, Kontakt zu der Frau aufzunehmen, die die Patientenakten seit dem Tod ihres Mannes unter Verschluss hält. Über das Motiv für die mangelnde Kooperationsbereitschaft ihrer Bekannten sagt sie: „Das ist ihr vermutlich alles über den Kopf gewachsen.“ 

Petra Mölle will den Betroffenen mit einer besonderen Aktion schnell und unbürokratisch helfen. Ehemalige Patienten des Arztes können Kopien der gewünschten Daten von ihr per Post bekommen, wenn sie ihr einen frankierten Rückumschlag zusenden. 

Details zu dem geplanten Versand stehen noch nicht fest. Wir berichten weiter.

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