30-Jährige können sich schon anmelden

Ü60 längst geimpft: Viele Hausärzte im MK schneller als Minister-Pläne 

In einer Hausarztpraxis wird eine Spritze mit dem Biontech-Impfstoff Comirnaty gegen das Coronavirus aufgezogen.
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In den meisten Hausarztpraxen sind viele Patienten bereits geimpft, in einigen Fällen sind sie jünger als 60 Jahre.

Märkischer Kreis – Die Pläne der Landesregierung beim Impffortschritt werden im Märkischen Kreis von der Realität überholt – zumindest in den meisten Hausarztpraxen. Dort sind viele Patienten bereits geimpft, in einigen Fällen sind sie jünger als 60 Jahre.

Lüdenscheid - Mindestens die Hälfte der täglichen Impfungen im Kreis findet derzeit in heimischen Praxen wie in der Gemeinschaftspraxis Dr. Gehlhar - Dr. Irle in Lüdenscheid statt.

„Unsere Patienten über 80 sind durchgeimpft, die Über-70-Jährigen auch. Bei den Über-60-Jährigen haben wir auch einen Großteil erreicht, inzwischen impfen wir schon Patienten unter 60“, berichtet Hausarzt Dr. Hartmut Gehlhar. Auch 30-Jährige könnten sich auf der Homepage der Praxis schon online anmelden, auf einen Termin müssten sie aber vermutlich noch länger warten.

Die Gemeinschaftpraxis versorgt nur die eigenen Patienten. Alles andere wäre nicht zu schaffen, sagt . Dr. med. Hartmut Gehlhar.

Die Gemeinschaftpraxis versorgt allerdings nur die eigenen Patienten. Alles andere wäre nicht zu schaffen, sagt Gehlhar. Der Allgemeinmediziner kritisiert die aus seiner Sicht überbordende und unnötige Bürokratie rund um die Coronaschutzimpfung. „Bei keiner anderen Impfung hatte die Bevölkerung so viel Wissen wie bei dieser“, erklärt Gehlhar.

Koordinierung der Impftermine ist ein „Drahtseilakt“

Wer einen Termin bekomme, lasse sich in der Regel auch impfen – in seiner Praxis zumeist mit Biontech, aber auch Astrazeneca-Dosen werden zugewiesen. Die Koordinierung der Impftermine sei für das Team ein „Drahtseilakt“, da man nur wochenweise erfahre, wie viel Impfdosen die Praxis erhält. Erst dann können die Arzthelferinnen die Termine für die nächste Woche ausmachen.

Hinzukommen bis zu 100 Anrufe am Tag von Menschen, die nach einem Impftermin fragen. „Die eigentliche Impfung ist nicht das Problem. Sie dauert nur wenige Sekunden“, sagt Gehlhar.

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