Haus-zu-Haus-Aktion: Energieberaterin gibt Tipps

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Zu Beginn der Beratung möchte Energieberaterin Ines Perschke etwas über das Haus erfahren.

Lüdenscheid - „In den 1980er-Jahren spielten Energiekosten keine Rolle“, sagt Bernd Karl. Jetzt „ist das Haus unheimlich teuer geworden.“ Ihm geht es wie vielen Hausbesitzern, deren Eigenheim ein paar Jahrzehnte auf dem Buckel hat und die überlegen, wie sie insbesondere die Heizkosten senken können. Im Rahmen der Haus-zu-Haus-Aktion, die die Verbraucherzentrale und die Stadt Lüdenscheid im Gebiet Oeneking anbieten, hat Bernd Karl sich Rat bei Energieberaterin Ines Perschke geholt.

Beim Blick von außen sagt sie: „Gestalterisch ist das ein schönes Gebäude, aber energetisch leiden Sie darunter.“ Gemeint waren in erster Linie Vorsprünge und Absätze aus Beton – aus energetischer Sicht kein guter Baustoff, wie man heute wisse. Im Beratungssgespräch zeigt sich, dass Karl sein Haus an der Germanenstraße seit dem Bau vor rund 30 Jahren kontinuierlich in Schuss gehalten hat. Zum Beispiel wurde das Flachdach erneuert und gedämmt und die Heizung hat moderne Brennwerttechnik. Entsprechend betont Ines Perschke, dass das Objekt Schwachstellen habe, aber keineswegs ein „hoffnungsloser Fall“ sei.

Sie hatte einige Tipps, wo der Hauseigentümer aktiv werden kann. Es müsse auch nicht alles auf einmal sein, um die Kosten im Rahmen zu halten. Statt Dämmung der kompletten Fassade, würde es einiges bringen, während einer anstehenden Renovierung eines Zimmers von innen zu dämmen. Mit den modernen Materialien sei das durchaus zu empfehlen.

Für viele Einfamilienhäuser typisch ist die Haustür, durch die es nicht zuletzt durch den Briefschlitz empfindlich zieht. Gut sei, dass Bernd Karl einen dicken Vorhang hinter den Eingang gehängt hat, sagt Ines Perschke. Die Tür auszutauschen und einen Briefkasten außen neben den Eingang zu hängen, sei aber dringend angeraten. Die Fenster mit den Aluminiumrahmen zu tauschen, sei ebenfalls lohnenswert, da auch dort hohe Wärmeverluste auftreten. Sie sind zwar doppelt verglast – aber nicht mit Wärmeschutzbeschichtung oder gasgefüllten Zwischenräumen. Das zeigt ein Test mit dem Feuerzeug: Direkt vor die Scheibe gehalten, erscheinen im Spiegelbild vier gleichfarbige Flammen, zwei pro Scheibe. Gebe es einen Wärmeschutz, hätten eine oder zwei der Flammen eine andere Farbe.

Auch auf den Stromverbrauch blickte die Energieberaterin, beispielsweise beim Kühlschrank. Dieser könnte niedriger eingestellt sein, wenn es nicht gleich ein neues Gerät sein soll. Für die Wohnraumleuchten empfahl sie den Einsatz von LED-Leuchtmitteln. In Kürze wird Bernd Karl einen ausführlichen Bericht mit konkreten Hinweisen auf mögliche Maßnahmen inklusive Einschätzung der Kosten bekommen. - Von Bettina Görlitzer

In der nächsten Woche können sich Hausbesitzer aus den Wohngebieten Oeneking, Stüttinghausen und Pöppelsheim noch für die Aktion anmelden, entweder bei der Verbraucherzentrale, Tel. 0 23 51 /3 79 50 01, oder bei der Klimamanagerin der Stadt, Sonja Eisenmann, Tel. 0 23 51 /17 12 10. Durch die Bezuschussung durch die Stadt kostet die Beratung 30 anstatt 60 Euro.

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