Caritas Altenheim: Mehr Raum für Bewohner

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Mit der Segnung des Kreuzes in den Händen von Pastor Hans Helmut Ferkinghoff beschloss Weihbischof Franz Vorrath den Gottesdienst in der neugestalteten Kapelle des Hauses.

Lüdenscheid - 22 Monate lang haben sich Bewohner, Bauarbeiter und Mitarbeiter aneinander abgearbeitet, sich miteinander angefreundet, Probleme entdeckt und Lösungen ausgetüftelt. Nach vier Bauabschnitten im laufenden Betrieb des Caritas-Altenheims Haus Elisabeth feierten die Beteiligten am Freitag den gelungenen Abschluss des Umbaus.

Von Florian Hesse

2,7 Millionen Euro hat die Caritas insgesamt in das Gebäude investiert. Herausgekommen sind 67 Einzel- und acht Doppelzimmer. Den baulichen Bedingungen geschuldet, haben die meisten der 75 Bewohner nun deutlich mehr Platz als es der Gesetzgeber eigentlich vorsieht.

Vorgeschrieben für Neubauten sind 14 Quadratmeter, faktisch seien es aber bis zu 22, erläuterten Caritas-Direktor Hans-Werner Wolff, Leiter Carsten Brinkmann und Pflegedienstleiterin Iris Hacker-Maack das zweite Großprojekt des Caritas-Verbandes im Kreisdekanat Altena-Lüdenscheid nach dem Umbau des Altenzentrums in Plettenberg.

Zu weiteren Änderungen gehörten der Komplettumbau von Bädern, die barrierefreie Zugänglichkeit, großzügige eigene Gemeinschaftsräume, Küchen und Balkone für jede der Stationen.

Liebevoll haben Mitglieder der Kirchengemeinde Maria Königin sich zudem daran beteiligt, die Kapelle zu renovieren. Die finanziellen Mittel für die Aufarbeitung des Parketts beispielsweise stammen aus Spendenmitteln befreundeter Geldinstitute, unter anderem der Pax-Bank oder auch der Sparkasse Lüdenscheid.

Auch konzeptionell hat sich etwas geändert an der Graf-von-Galen-Straße. „Die Zahl demenziell veränderter Bewohner nimmt zu“, so Iris Hacker-Maack. In der Praxis hätten sich mit der Mischbelegung immer wieder Konflikte zwischen Bewohnern ergeben.

Zwei Stationen des Hauses sind nun mit Menschen mit mittlerer bis schwerer Demenz belegt, die dort eine wiederkehrende Tagesstruktur mit wiederkehrenden Begleitangeboten vorfänden. Dazu gehörten auch tägliche, wetterunabhängige Spaziergänge und hauswirtschaftliche Tätigkeiten.

Ganz freiwillig habe sich die Caritas auf die hohe Investition nicht eingelassen, so Wolff. „Betriebswirtschaftlich sollte man sich eigentlich nicht auf eine Pflegeeinrichtung einlassen“, sagt er mit Blick auf die Pflegesätze, bei denen naturgemäß Interessen der Kassen und Träger diametral gegeneinanderlaufen.

Andererseits gehöre das Haus Elisabeth zum „Konzert der Altenhilfe“ der Caritas in Lüdenscheid mit dem Café Lisbeth und ambulanten Dienstleistungen.

Auslöser des Umbaus war die „Verordnung über die allgemeinen Grundsätze der Förderung von Pflegeeinrichtungen“, nach der die Standards der Häuser nach oben angepasst werden müssen. Spätestens bis 2018 müssten also alle Heim aufgerüstet sein.

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