Hauptschulen machen ernste Sorgen

Schön bunt präsentiert sich die Grundschule Lösenbach nach ihrer Renovierung.

LÜDENSCHEID ▪ Die Prognosen für die Lüdenscheider Schulen sind trotz rückläufiger Schülerzahlen günstig: Nach der Zusammenlegung von sechs Grundschulen zu drei Grundschulen mit jeweils einem Teilstandort scheint die vorgeschriebene Zweizügigkeit für alle Lüdenscheider Grundschulen bis 2021 nicht gefährdet zu sein. Und auch die weiterführenden Schulen seien in ihrem Bestand nicht gefährdet, erklärte Dr. Detlef Garbe gestern dem Schulausschuss.

Zusammen mit seinen Mitarbeitern erarbeitete er die „Schulentwicklungsplanung Lüdenscheid 2011 – 2021“ – umfangreiches Zahlenmaterial mit prognostischen Qualitäten, das als Grundlage für die weitere Schulentwicklung dienen soll. „Schulentwicklungsplanung ist zurzeit ein irrsinnig spannender Prozess“, sagte Garbe mit Blick auf die fortlaufende Verringerung der Schülerzahlen, die an vielen Orten Anpassungen des Angebots verlangen. Es ginge aber auch anders: „Die Verringerung von Schülerzahlen pro Klasse wäre eine tolle Sache, weil unsere Klassen zu groß sind“, schilderte Garbe das utopische Potential der derzeitigen Entwicklung.

In Lüdenscheid wird es voraussichtlich Schulen mit weniger Parallelklassen geben, gefährdet in ihrem Bestand sind derzeit aber nur die beiden Hauptschulen, die zu geringe Anmeldezahlen für das kommende Schuljahr hatten. „Das hat nichts mit der Qualität Ihrer Hauptschulen zu tun“, tröstete Garbe deren Lehrer und den Schulausschuss. „Eltern können seit diesem Schuljahr ihre Kinder wieder entgegen den Empfehlungen der Grundschulen an einer Schule anmelden.“ Eine Situation, in der die Hauptschule mit ihrem schlechten Ruf unter die Räder kommt. „Sie und der Rat der Stadt müssen überlegen, was Sie mit Ihren Hauptschulen machen wollen.“

Eine Zusammenlegung der beiden Schulen wäre möglich und zusätzlich eine große Lösung: die Gründung einer zweiten Gesamtschule oder einer Gemeinschaftsschule.

Eine solche hätte aber Auswirkungen auf Realschulen und Gymnasien, von denen möglicherweise jeweils eine Lehranstalt geschlossen werden müsste wegen der Abwanderung von Schülern zur „Gesamtschule 2“. Die Partei „Die Linke“, die einen Antrag zur Prüfung dieser Möglichkeit gestellt hatte, zog diesen zurück, bis der Schulentwicklungsplan vollständig durchgearbeitet sein wird. ▪ thk

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare