Hauptausschuss bewilligt 25 Planstellen für Flüchtlingsarbeit

Das Thema Flüchtlingkrise bewegt die Menschen in Lüdenscheid. Jetzt stockt die Stadtverwaltung ihren Stellenplan um 25 Beschäftigte auf, um die Unterbringung gewährleisten zu können.

Lüdenscheid - Die Stadt wird für die Unterbringung von Flüchtlingen schnellstmöglich 25 neue Planstellen schaffen – und versuchen, dafür qualifiziertes Personal anzuwerben. Nach Auskunft von Stadtkämmerer Dr. Karl Heinz Blasweiler belaufen sich die Kosten „grob geschätzt“ auf 1,25 Millionen Euro pro Jahr. Der Hauptausschuss stimmte am Abend nach mehr als einstündiger intensiver Debatte bei drei Gegenstimmen aus Reihen der CDU für den Beschlussvorschlag aus dem Rathaus.

Bei der Aufstockung, die maximal fünf Jahre gültig sein soll, geht es laut Bürgermeister Dieter Dzewas „nicht um Wünschenswertes, sondern um das Notwendigste“. Der Beigeordnete Thomas Ruschin sagt: „Wir brauchen eine vernünftige Personaldecke!“ Ansonsten sei die Qualität der Unterbringung „nicht zu halten“. Gerade für den Betrieb der Notunterkünfte ergebe sich erhöhter Personalbedarf. Ruschin: „Das ist die Aufgabe, vor die wir gestellt sind, und da kommen wir auch nicht raus.“

Dass die Bewältigung zusätzlicher Arbeit mit den vorhandenen Beschäftigten der Stadt „gar nicht mehr funktioniert“, belegt Blasweiler mit einer überraschenden Aussage. „Schon jetzt ist der Krankenstand so hoch, dass wir 50 Personen einstellen müssten, um die Ausfälle auszugleichen.“ Zu warten und jetzt nicht „Ja“ zu den zusätzlichen Stellen zu sagen, „verschlechtert die Lage weiter“, so der Kämmerer.

Aus den Fachbereichen des Rathauses gibt es unterschiedliche Bedarfsmeldungen. So soll es 8,5 Planstellen für Sozialarbeiter und -pädagogen geben, 6,5 für Verwaltungskräfte, vier für Hausmeister, drei für Fachingenieure, zwei für Außendienstler und eine Stelle für einen Immobilienkaufmann.

Während sich die Ampel aus SPD, Grünen und FDP sowie der Vertreter der Linken dem Vorstoß der Verwaltungsspitze ohne weiteres anschließt, fühlt sich CDU-Fraktionschef Oliver Fröhling „unter Druck gesetzt“, moniert das hohe Tempo des Prozesses und sagt: „Sonst haben wir hier schon um eine einzige viertel Stelle gerungen. Ich sehe mich außerstande, der Schaffung von 25 Planstellen mit einer einseitigen Begründung und ohne konkrete Kosten zuzustimmen.“

SPD-Fraktionschef Jens Voß hingegen vergleicht das Personal der Stadt mit der „Zitrone, die man ein- oder zwei- oder dreimal auspressen kann, aber beim vierten Mal kommt kein Tropfen mehr“. Erst nach zehnminütiger interner Beratung ringt sich die CDU-Fraktion durch, die Pläne der Rathausführung ebenfalls abzusegnen – mit Ausnahme von Sprecher Fröhling und seinen Vizen Susanne Mewes und Norbert Adam, die mit „Nein“ stimmen. „Aber nicht gegen Verwaltung, Bürger oder Flüchtlinge, sondern weil wir uns von der Landesregierung total im Regen stehen gelassen fühlen.“

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