Hasley-Linie: Stadt sagt Ja zur Testphase

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Die Topografie im Wohngebiet Hasley bringt gerade ältere Menschen an ihre Grenzen. Sie überlegen sich ganz genau, ob sie die Steigung bis zum Sauerfeld auf sich nehmen. Eine Hasley-Linie der MVG könnte da Abhilfe schaffen. Geplant ist nun ein Testbetrieb. ▪

LÜDENSCHEID ▪ Eine neue Buslinie der MVG soll demnächst im Hasley eingerichtet werden, testweise für ein Jahr – das wurde am Montag im Hauptausschuss nochmals ausdrücklich bestätigt.

Wie berichtet, soll die Stadt einen zehnprozentigen Kostenanteil in Höhe von 10.000 Euro für die Versuchslinie tragen, was den CDU-Ratsherrn Bernd-Rüdiger Lührs im Ausschuss zu der Frage veranlasste, ob es bei diesem Projekt „auch eine Einnahmeseite gibt“.

Die gebe es selbstverständlich, antwortete Bürgermeister Dieter Dzewas. Allerdings sei im öffentlichen Nahverkehr immer mit einem erheblichen Zuschussbedarf zu rechnen, und hier habe die Stadt mit ihrem Zehn-Prozent-Anteil „eine Traumquote offeriert bekommen“. Das Testjahr werde eine in sich abgeschlossene Phase sein. Sollte sich danach ergeben, dass die Linie darüberhinaus weitergeführt werden kann, werde die Kalkulation nach den üblichen Richtlinien der MVG erfolgen.

Das gelte aber nur, wenn die Akzeptanz tatsächlich ausreichend sei, sich also genug Fahrgäste für die Linie finden. Dzewas: „Das Experiment kann auch scheitern.“ Allerdings wird der Bedarf für die Hasley-Linie wegen der inzwischen bezogenen Wohnneubauten im Hasley angenommen – daher der Test.

Das letzte Wort über die Realisierung haben unterdessen die Kreisverwaltung beziehungsweise der Kreistag des Märkischen Kreises. „Immerhin geht es um eine sechsstellige Summe“, machte MVG-Prokurist Peter Bökenkötter im LN-Gespräch deutlich. Sollte der Kreistag grünes Licht geben, könne es in die detaillierte Konzeption sowie in die Ausschreibung gehen. Eine erste Projektskizze habe die MVG als Mobilitätsdienstleister bereits vorgelegt, inklusive der Zahlen. Nun gehe es darum, ob dies in der Form gewünscht sei.

Wie Bökenkötter weiter erklärte, sehen die ersten Planungen einen Ringverkehr durch das Wohngebiet Hasley bis zum Sauerfeld vor – mit knapp zehn Haltestellen, die von einem Achtsitzer angefahren werden sollen. „Ein größerer Wagen ist dort gar nicht möglich.“ Und: „Von der Streckenlänge her ist die Route natürlich keine große Sache. Das Problem ist vielmehr die Topografie.“

Dass die MVG sich solcher Anregungen annehme, gehöre laut Bökenkötter zum täglichen Geschäft, gerade in Zeiten des demografischen Wandels. So seien in den vergangenen Jahren vor allem viele ländliche Gebiete durch flexible Anruf-Linienfahrten angebunden worden. „Da ist viel im Wandel, und wir reagieren darauf.“ ▪ hgm/kes

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