Lüdenscheider Friedhöfe verändern ihr Gesicht

+
Lindenallee auf dem alten Friedhof an der Mathildenstraße und Mausoleum der Familien Selve.

Lüdenscheid - Die Friedhöfe verändern ihr Gesicht. Sie haben keinen Flächenmangel mehr, sondern einen Flächenüberschuss. Diese und andere Entwicklungen werden in der anschaulichen Aufarbeitung der 150-jährigen Geschichte des Friedhofs Mathildenstraße deutlich.

Der Flächenmangel ist darauf zurückzuführen, dass die Zahl der Urnenbeisetzungen inzwischen rund 65 Prozent der Bestattungen ausmacht. Das ist eine der Entwicklungen, die in der Aufarbeitung des Friedhofs Mathildenstraße beschrieben werden.

Er wurde am 31. Oktober 1865 eingeweiht. Im nächsten Jahr ist der 100. Jahrestag der Einweihung des Friedhofs Wehberg, der am Ostermontag 1916 eröffnet wurde. Gründe genug, zurückzublicken und auch nach vorn.

Friedhöfe im Wandel

Beide Friedhöfe werden vom Evangelischen Friedhofsverband Lüdenscheid-Plettenberg betrieben. Die ersten Bestattungen waren auf dem Kirchhof an der Erlöserkirche. Dieser „älteste Lüdenscheider Friedhof in vorstädtischer Zeit lag wie in fast allen Dörfern und Städten um die Kirche herum“, hat Autor Hartmut Waldminghaus recherchiert. „Die Verknüpfung von Kirche und Friedhof, die Bestattung von Toten in und um Kirchen war christliche Tradition.“

Neue Anforderungen an Träger der Friedhöfe

So beginnt die Geschichte der Friedhöfe und setzt sich auf gut 40 Seiten bis zum heutigen Stand fort. Eine Geschichte, die viel aussagt über Veränderungen in der Bestattungskultur und die damit verbundenen, immer wieder neuen Anforderungen an den Träger der Friedhöfe.

Volker Schöbel, Geschäftsführer des Evangelischen Friedhofsverbandes, schreibt: „Die demografische Entwicklung und die geänderten Lebenssituationen machen die Grabpflege durch Familienangehörige oft unmöglich, so dass der wachsende Trend zu Grabarten ohne Pflegeaufwand leicht nachvollziehbar ist. Noch vor einigen Jahrzehnten erfolgten nahezu ausschließlich Sargbestattungen in Reihen- und Wahlgräbern, die von den Familien gepflegt wurden. Inzwischen bietet der Friedhofsverband den unterschiedlichen Lebenssituationen und Wünschen der Angehörigen entsprechend eine Vielzahl von Grabarten an. So werden beispielsweise neben den schlichten Wiesen-Gemeinschaftsgrabstätten Kolumbarien oder Bestattungen in Urnengärten angeboten, bei denen die Pflege auf Dauer vom Friedhofsträger übernommen wird. Ebenso ist die Beisetzung von Urnen unter Bäumen mit Namensschildern möglich.“

Der evangelische Friedhofsverband werde sich auch künftig intensiv darum bemühen, die Friedhöfe als ansprechende und würdige Orte der Erinnerung an die Verstorbenen und als Raum, in dem Besucher Ruhe und Frieden finden können, zu gestalten.

Das komplette Heft zur Friedhofsgeschichte ist Allerheiligen von 10 bis 16 Uhr im Beratungsbüro am Eingang zum Friedhof Wehberg kostenlos erhältlich.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare