Harry Rowohlt liest vor 200 Gästen in der Bücherei

Harry Rowohlt las am Abend in der Stadtbücherei.

LÜDENSCHEID - Für zwei Dinge müsse er sich gleich zu Beginn entschuldigen, sagt Harry Rowohlt: „Zum einen ist Unmut laut geworden, weil ich nicht mehr saufe.“ Aber er sei Polyneuropath (Nervenerkrankung). Und das erlaube ihm, sich nur noch viermal im Jahr die Kante zu geben. Da müsse man das Saufen ansparen. Zum anderen habe man ihm kürzlich eine Brücke eingesetzt. Und das habe nun einen Sprachfehler zur Folge... Und geht nahtlos zum ersten Text über: „Sie sind ein schlechter Mensch, Mr. Gumm“, den er ins Deutsche übersetzte.

„Harry Rowohlt liest und erzählt“ - so lapidar ist die Veranstaltung angekündigt worden. Das Foto auf dem Veranstaltungsplakat hätte zweifellos auch jeden Steckbrief zieren können. Im Grunde allerdings ist es auch egal, was Harry Rowohlt da so liest und erzählt. Denn allein die Tatsache, dass Deutschlands wohl bekanntester Übersetzer und Kolumnist öffentlich liest, reicht an die 200 Gästen als Grund, am Abend in die Bücherei zu kommen. „Für Herrn Rowohlt war der Gang durch die Stadt ein Spießrutenlauf, hat er gesagt. An jeder Ecke wurde er angesprochen: Sind Sie nicht Penner Harry aus der Lindenstraße?“, so Büchereileiterin Franziska Altenpohl vor der Veranstaltung, der die Freude über das volle Haus anzumerken ist. Genau diese, so ist nachzulesen, ist eine von Rowohlts Hassfragen. Die andere ist: „Haben Sie etwas mit dem Rowohlt-Verlag zu tun?“ - rudi

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