Verstörender Internet-Trend

Brutale Angriffe auf mehrere Schüler im MK gefilmt - Trend Happy Slapping?

Der Trend Happy Slapping verbreitet sich derzeit wieder in sozialen Netzwerken wie Instagram und Tiktok. Aus einer Gruppe heraus erniedrigten nun zwei Jugendliche in Lüdenscheid mindestens acht Schülerinnen und Schüler, filmten die Reaktionen, als sie ins Gesicht geschlagen wurden. Für die Polizei kein Spaß. Sie rückte zur Hausdurchsuchung an.

Das Video aus Lüdenscheid, das die Angriffe auf Schüler zeigt, verbreitete sich auf sozialen Netzwerken wie Tiktok oder Instagram. Die brutalen Angriffe verstören. Ermittler prüfen derzeit einen Zusammenhang mit dem Internet-Phänomen Happy Slapping (englisch für „fröhliches Schlagen“). Dabei werden unbekannte Personen aus dem Nichts heraus angegriffen und zum Teil schwer verletzt. Es kommt in anderen Fällen auch zu sexuellen Übergriffen. Dadurch dass die Taten gefilmt werden und die Videos zum Beispiel bei Tiktok hochgeladen werden, werden die unverpixelten Opfer weiteren Erniedrigungen ausgesetzt.

StadtLüdenscheid
KreisMärkischer Kreis
Fläche87,02 Quadratkilometer
Einwohner72.313 (31. Dez. 2019)

Die Polizei im Märkischen Kreis versteht diesen vermeintlichen Internet-Spaß nicht. Für die Ermittler zeigt das Video aus Lüdenscheid schwere Straftaten. Der Vorteil: Neben den Opfern sind auch die Täter zu erkennen und zu ermitteln, weil sie sich selbst auf den Tiktok-Videos befinden. So kam die Polizei auf die Spur von zwei Jugendlichen aus Lüdenscheid (15 und 16), die als Hauptverdächtige gelten.

Happy Slapping Trend auch in Lüdenscheid? Video bei Tiktok bringt Polizei auf die Spur

Sie stehen unter dringendem Tatverdacht, am Montag, Mittwoch und Donnerstag vergangener Woche mehrere andere Schülerinnen und Schüler geschlagen, getreten, beleidigt und beraubt zu haben. Bislang sind acht Opfer zwischen 14 und 16 Jahren bekannt. Sie wurden durch die Angriffe verletzt. Die Polizei geht von weiteren Opfern aus und bittet Betroffene, sich auf der Polizeiwache Lüdenscheid unter Tel. 02351/90990 zu melden.

Tatorte waren das Gelände der Adolf-Reichwein-Gesamtschule am Eulenweg in Lüdenscheid, der Bike-Park Am Weiten Blick und ein Waldgebiet am Wehberg. Der Polizei liegt ein Video vor, das zeigt, wie die Opfer aus einer mehrköpfigen Gruppe von einzelnen Tatverdächtigen angegriffen werden. Andere Gruppenmitglieder eifern ihnen nach und beginnen ebenfalls, auf die Opfer einzuschlagen und einzutreten. Die Polizei geht derzeit von zehn Tatverdächtigen aus, die sich in der Gruppe befanden.

Happy Slapping bei Tiktok? Schwere Straftaten vor laufender Kamera

Aufgrund der Schwere der Taten - unter anderem schwere Körperverletzung und Raub - durchsuchten Polizeibeamte am Donnerstagmorgen auf Anordnung des Amtsgerichtes die Wohnungen zweier deutscher Jugendlicher. Die 15- und 16-Jährigen wurden zur Vernehmung mitgenommen und anschließend wieder ihren Erziehungsberechtigten übergeben. Ihre Handys wurden sichergestellt.

Der „Happy-Slapping“-Trend hat übrigens nicht nur Folgen für die Schläger, sondern auch für Personen, die zu der Gruppe gehörten. Jugendliche, die sich bei der Tatausführung in solchen Gruppen aufhalten, können sich ebenfalls strafbar könnten und müssen gegebenenfalls mit Maßnahmen rechnen, heißt es von Seiten der Polizei. Videoaufnahmen der Taten wurden online in soziale Netzwerke wie Tiktok oder Instagram gestellt. Auch das stelle eine strafbare Handlung dar. Die Ermittlungen der Polizei laufen.

Nicht nur Happy Slapping: Auch Momo sorgte schon für eine Polizei-Warnung

Ein anderer Trend, der vor einigen Monaten durch die Presse ging, war ebenfalls kaum nachzuvollziehen. Grusel-Goofy und Momo verbreiteten sich via Whatsapp - auch im MK. An einer Schule im Märkischen Kreis tauchte plötzlich ein Hinrichtungsvideo auf.

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow/dpa

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