Internet-Trend

Happy Slapping Fall im MK: Weitere Jugendliche in Video identifiziert

In dem Video aus Lüdenscheid werden Schülerinnen und Schüler aus dem Nichts heraus geschlagen. Für das Foto wurde eine solche Szene nachgestellt.
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In dem Video aus Lüdenscheid werden Schülerinnen und Schüler aus dem Nichts heraus geschlagen. Für das Foto wurde eine solche Szene nachgestellt.

Nach den von den Tätern gefilmten brutalen Attacken auf ahnungslose Schülerinnen und Schüler hat die Polizei in Lüdenscheid die Ermittlungen ausgeweitet.

Lüdenscheid – Sie wertet die Taten, die auf Video festgehalten wurden, keinesfalls als böse Streiche unter Schülern, sondern als schwere Straftaten.

„Dieser Fall ist nicht alltäglich. Die Ausgestaltung der Taten und das Verhalten der Täter haben schon eine besondere Dimension. Wir gehen dem mit aller Entschlossenheit nach“, erklärt Polizeisprecher Marcel Dilling auf Nachfrage. Die Videosequenzen dokumentierten unter anderem schwere Körperverletzungen. Da könne die Polizei nicht untätig bleiben. Dilling sprach von „sehr umfangreichen Ermittlungen“, die zwischenzeitlich zu weiteren Erkenntnissen geführt hatten.

So gelang es den Ermittlern, auf dem Video zwei weitere Tatverdächtige zu identifizieren. Die zwei männlichen Jugendlichen sind 15 Jahre alt und stammen ebenfalls aus Lüdenscheid. „Wir konnten durch die Aufnahmen nachweisen, dass sie auch dabei waren“, sagt Dilling. Damit stieg die Zahl der Verdächtigen auf vier. Zuvor waren die Wohnungen von zwei Jugendlichen aus Lüdenscheid (15 und 16 Jahre alt), die als Haupttatverdächtige gelten, durchsucht worden. Nach Polizeiangaben soll die Gruppe, aus der heraus die Straftaten begangen und gefilmt wurden, zehn Personen umfasst haben.

Acht Opfer – alle zwischen 14 und 16 Jahre alt – sind bislang bekannt. Sie wurden am 19., 21. und 22. Juli angegriffen und dabei getreten und geschlagen. Ihre Reaktionen wurden mit dem Smartphone gefilmt. Tatorte waren das Gelände der Adolf-Reichwein-Gesamtschule am Eulenweg, der Bike-Park Am Weiten Blick und ein Waldgebiet am Wehberg. Die Polizei geht nach der Analyse des Videos von weiteren Opfern aus. „Es gibt bei den Opfern offenbar Hemmungen, sich an die Polizei zu wenden“, stellt Polizeisprecher Dilling fest.

Das Vorgehen der Täter erinnert an einen alten Internet-Trend. Beim „Happy Slapping“ wurden seit Beginn der 2000er-Jahre Attacken auf ahnungslose Personen im Video festgehalten und im Internet veröffentlicht. Für großes Entsetzen sorgten damals Angriffe auf Obdachlose.

In dieser Woche stehen im Lüdenscheider Fall Vernehmungen an. „Wir haben auch das Video“, sagt Polizeisprecher Dilling und rechnet damit, dass die Ermittler in den nächsten Tagen weitere Tatverdächtige identifizieren können. Er erinnert daran, dass sich auch Mittäter noch bei der Polizei melden können. „Wenn man sich stellt, wird das in einem möglichen Gerichtsverfahren in der Strafbemessung in der Regel positiv bewertet.“

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