Verbundenheit zur Region Südwestfalen

Von RAF ermordeter Arbeitgeberpräsident: Hanns-Martin-Schleyer-Haus wird umbenannt

Neuer Name, alte Zentrale: HWL-Geschäftsführer Thorsten Holzhäuser (von links), Andreas Kostal (2. AGV-Vorsitzender), Dr. Frank Hoffmeister (AGV-Vorsitzender) und Christian Lepping (AGV-Geschäftsführer) stehen vor dem Haus der Wirtschaft.
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Neuer Name, alte Zentrale: HWL-Geschäftsführer Thorsten Holzhäuser (von links), Andreas Kostal (2. AGV-Vorsitzender), Dr. Frank Hoffmeister (AGV-Vorsitzender) und Christian Lepping (AGV-Geschäftsführer) stehen vor dem Haus der Wirtschaft.

Das Hanns-Martin-Schleyer-Haus ist Geschichte. Nachdem die Sanierungs- und Renovierungsarbeiten nach knapp drei Jahren abgeschlossen sind, trägt das Gebäude, das unter anderem den Arbeitsgeberverband der Metall- und Elektro-Industrie Lüdenscheid (AGV) beherbergt, offiziell den Namen Haus der Wirtschaft. „Die Namensänderung ist der Abschluss des Updates“, sagt Dr. Frank Hoffmeister, Vorsitzender des AGV.

Lüdenscheid - Von der Person Hanns Martin Schleyer will sich der Verband aber nicht distanzieren. Der damalige Vorsitzende des Bundesverbandes der Deutschen Industrie wurde 1977 von der Roten Armee Fraktion entführt und wenig später erschossen. Schleyer stand wegen seiner nationalsozialistischen Vergangenheit schon zu dieser Zeit in der Kritik. „Der neue Name verdeutlicht die Bedeutung für die Wirtschaft der Region und stärkt den Charakter des Hauses“, sagt AGV-Geschäftsführer Christian Lepping. Denn der Verband ist nicht allein im Gebäude an der Staberger Straße.

Insgesamt sind acht wirtschaftsnahe Einrichtungen und Betriebe im Gebäude untergebracht – inklusive der Haus der Wirtschaft Lüdenscheid GmbH (HWL), die vornehmlich die Verwaltung des Gebäudes übernimmt.

Da Seminare, Schulungen oder Prüfungen derzeit nicht stattfinden, werden in den dafür vorgesehenen Räumen Vakzine gegen Corona gespritzt. „Die Impfstraße ist so aufgebaut, wie das Impfzentrum in der Schützenhalle. Es ist nur deutlich kleiner“, sagt Hoffmeister.

Die Impfungen werden vom Arbeitsmedizinischen Zentrum (AMZ) durchgeführt. Doch die Arbeitsmediziner können noch mehr leisten als Corona-Impfungen. „Das AMZ ist eine Art Betriebsarzt-Dienstleister “, sagt Holzhäuser.

Kurze Reaktionswege für heimische Unternehmen

Ein Leitsatz des Verbandes ist die Verbundenheit zur Region Südwestfalen. So gab es Anfragen aus den Verwaltungen der Städte Köln und Dortmund, um Dienstleistungsverträge mit dem AMZ abzuschließen, sagt Holzhäuser. „Das haben wir abgelehnt.“ Wichtig sei es, kurze Reaktionswege für die heimischen Unternehmen zu behalten, so der HWL-Geschäftsführer.

Nach dem Umbau sind neben dem AGV, AMZ und der HWL die Südwestfälische Handelskammer, die Wirtschaftsjunioren Lüdenscheid, das Technikzentrum Südwestfalen, der Personaldienstleiter PEAG Transfer und das Mathematisch Lerntherapeutische Zentrum mit Niederlassungen vertreten – von nun an im Haus der Wirtschaft.

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