Weibliche Sieger-Balladen

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Erster Auftritt, erster Platz: Kim Leitinger. ▪

LÜDENSCHEID ▪ Dezente Deckenbeleuchtung, sanftes Kerzenlicht und leise, meist nachdenkliche Töne sorgten am Freitagabend im Eigenart für Wohnzimmer- und Wohlfühlatmosphäre.

Das Jugendkulturbüro präsentierte in dem Club an der Hochstraße zum dritten Mal den Singer/Songwriter-Slam – und zum ersten Mal in der noch jungen Geschichte des Events gleich zwei Siegerinnen.

Die hießen am Ende Hanna Meyerholz (Münster) und Kim Leitinger (Wilbringhausen bei Meinerzhagen). Die beiden einzigen Kandidatinnen im acht Teilnehmer umfassenden Akustik-Wettbewerb begeisterten das Publikum mit ruhigen Balladen und nachdenklichen, auf Englisch vorgetragenen Texten.

Der Unterschied zwischen beiden: Während die 23-jährige Meyerholz bereits an zahlreichen Slams teilgenommen hat und auf gutem Wege ist, sich in der Singer-/Songwriter-Szene einen Namen zu machen, trat Kim Leitinger zum ersten Mal vor Zuhörern auf. Nachdem die 15-Jährige ihre anfängliche Schüchternheit abgelegt hatte, wusste sie vor allem mit ihrer kristallklaren Stimme zu überzeugen. Die arrivierte Meyerholz und Newcomer Leitinger jedenfalls teilen sich den Hauptgewinn: Einen Tag im Lüdenscheider Tonstudio „58 Muzic“.

Die sechs männlichen Kandidaten dagegen durften sich jeweils über eine Tafel Schokolade und eine Urkunde sowie den Applaus den Publikums freuen. Letzteres nahm am Freitag die Rolle der Juroren ein: In Gruppen bewertete die Zuhörerschaft, angesichts einer Zusammensetzung aus Jugendlichen, jungen Erwachsenen und Personen jenseits der 50 bunt gemischt, die pro Runde jeweils einen Song umfassende Performance jedes Kandidaten nach Punkten.

Runde eins war für Bördy Wagner alias „Hagen RW Bertold“ aus Iserlohn, einst 50 Prozent der inzwischen aufgelösten Band „Erfolgsduo Hagen“, gleichzeitig Endstation. Der vergleichsweise brachiale Auftritt im Weihnachtsmann-Kostüm am Keyboard und die humoristische Verarbeitung eines als Aushilfs-Nikolaus im Kindergarten erlebten Traumas trafen den Nerv des Publikums nicht. Auch für Philipp Kappius alias „Cedka“ aus Düsseldorf war der Slam nach Darbeitung seines Songs „Every Time We Run“ beendet.

Die restlichen Teilnehmer dagegen zogen in die zweite und bereits finale Runde ein – und boten über den Abend gemeinsam mit den beiden Siegerinnen in ihren Songs ein breites Themenspektrum. Cristian Surrey aus Solingen, am Ende Zweiter, besang etwa den missverstandenen Individualisten („Was ist´n das für´n Vogel?“), während der Drittplatzierte Julius Fastabend aus Münster mit tiefer Brummstimme und flotten Rhythmus unter anderem seinen Willen darüber sang, den Abend nur in Begleitung beenden zu wollen.

Der einzige Lokalmatador, Daniel Scharf, überzeugte mit den hochemotionalen Nummern „Benzin“ und „Steh´ auf“ als Vierter, während Phlipp Blum aus Altena auf Platz fünf gewählt wurde. ▪ Sven Prillwitz

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