Handwerker übernehmen das Ruder im Kulturhaus

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Für den senkrechten Schliff wird „die Hummel“ eben kurzerhand auf ein Rollbrett gelegt – damit alles in der Waage bleibt müssen dann aber drei Leute mit anfassen. ▪

LÜDENSCHEID ▪ Für Theaterbesucher, Musikliebhaber, Schauspieler und Musiker sind die Türen des Kulturhauses derzeit geschlossen. Aber das heißt keineswegs, dass in Lüdenscheids Theater sommerliche Ruhe eingekehrt ist – im Gegenteil: Die Spielpause wird wie gewohnt für Wartungs- und Renovierungsarbeiten genutzt. Derzeit haben Arbeiter der Lüdenscheider Firma Parkettwelt Wagner einen Teil des Theatersaales mit Beschlag belegt. Mit durchschnittlich fünf Leuten sind sie täglich vor Ort, um das Parkett im Bereich der Estraden aufzuarbeiten und mit neuem Glanz zu versehen.

Dafür mussten zuerst alle Stühle in dem Bereich abmontiert werden. Alle anderen sind wegen der Staubentwicklung dick mit Folie abgedeckt. Selbst die LED-Leuchten an den Treppenstufen mussten komplett entfernt werden, damit sie bei den Arbeiten keinen Schaden nehmen. Etwa 14 Tage sind insgesamt für die Aufarbeitung des Bodens vorgesehen. Inklusive der Montage der Stühle und der Grundreinigung im Anschluss sind im Haushalt der Abteilung für Zentrale Gebäudewirtschaft (ZGW) rund 30 000 Euro für die Maßnahme veranschlagt, erklärte ZGW-Mitarbeiter Andreas Beckmann.

Das ist der bescheidenere Teil von insgesamt zwei Renovierungsabschnitten. Im übrigen Theatersaal wurde das Parkett schon vor einem Jahr aufgearbeitet. In den fast 30 Jahren, die das Kulturhaus jetzt besteht, war das zum ersten Mal nötig. Im stärker strapazierten Foyer ist der Boden schon dreimal, in den kleineren Sälen zweimal bearbeitet worden. Das spräche für das besonders robuste Wenge-Holz, das verarbeitet wurde, erläuterten Kulturhausleiter Stefan Weippert und Jörg Brüggemann für die ausführende Firma. Allerdings sei das ein Tropenholz, das heute grundsätzlich nicht mehr verwendet werde.

Um dem Boden zu neuem Glanz zu verhelfen, muss zuerst der Altlack mit grobem Schleifpapier entfernt werden. Direkt danach folgt ein feinerer Schliff, bevor die Fugen mit entsprechendem Kitt verschlossen werden. „Danach wird das Parkett richtig fein geschliffen“, erklärte Brüggemann. Zweimal werde dann eine spezielle „Exoten“-Grundierung aufgetragen. Der abschließende zweikomponentige Lack werde sogar dreimal aufgebracht. Dann sei der Boden optimal gepflegt, um mindestens die nächsten zehn bis 15 Jahre gut zu überstehen, sagte Brüggemann.

Schließlich müssen noch die Fußleisten montiert und die Stufenbeleuchtung eingebaut werden. Heikel werde es noch einmal, wenn die Bestuhlung wieder eingesetzt wird, so Weippert, weil die wieder mit der Klimaanlage verbunden werden müssen. Das übernimmt eine Firma aus Schalksmühle. ▪ gör

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