Handgranaten lösen Waldbrand aus

LÜDENSCHEID ▪ Alarm am Hirschberg nahe der Ahelle: Detonationen von Handgranaten in einem Waldstück nahe der Volmestraße haben vorgestern Abend Polizei und Feuerwehr in Atem gehalten.

Durch die Explosionen war ein Waldbrand entstanden, der allerdings schnell gelöscht war. Vom Verursacher fehlt jede Spur. Die Polizei hat Ermittlungen wegen Brandstiftung und Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz aufgenommen. Wie gestern zu erfahren war, haben Anwohner bereits mehrfach Explosionsgeräusche in dem schwer zugänglichen Gelände wahrgenommen – zuletzt am Sonntag. Doch als vorgestern gegen 22.40 Uhr Flammen sichtbar wurden und Brandgeruch aus dem Wald kam, alarmierten sie die Rettungskräfte.

Die hatten vor Ort zunächst Mühe, zum Einsatzort vorzudringen. Durch die Unterführung unter der Eisenbahnstrecke ging es per Auto, aber dann nur noch über Leitern und dann zu Fuß einen steilen, dicht bewachsenen Hang hinauf. Gemeinsam durchkämmten die Männer nach den Löscharbeiten den Wald und fanden die Reste von mindestens zwei Stielhandgranaten.

Waffen dieser Art wurden vor allem im 1. Weltkrieg eingesetzt, fanden aber auch im 2. Weltkrieg Verwendung. Für die Feldzüge zwischen 1939 und -45 wurden in Deutschland rund 75 Millionen Stück hergestellt. Stielhandgranaten wurden von den Alliierten „Kartoffelstampfer“ genannt. Der Stiel verlängert den Hebel des Wurfarms und ermöglicht so größere Wurfweiten.

Woher die Handgranaten stammen, ob sie aus Kriegsbeständen kommen oder Überbleibsel der belgischen Garnison sind, ist bislang ungeklärt. Laut Kriegswaffenkontrollgesetz wird der Kauf oder die Ausübung der „direkten Gewalt“ über Kriegswaffen mit einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren bestraft. Hinweise an die Polizei unter Tel. 90 99-0.

Olaf Moos

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