Das Treffen zweier Kulturen

Der Lüdenscheider Theaterpädagoge Murat Isboga tritt mit seinem Soloprogramm „Der Lieblingstürke“ auf.

LÜDENSCHEID - „Ich würde mich sehr freuen, wenn zu unserem Theaterstück und auch zu meinem Soloauftritt auch deutsche Gäste kommen.“ Murat Isboga gründete im Jahr 2005 das Theater „Halber Apfel“. Er ist Leiter, Autor und Regisseur des Ensembles, das am 10. Juli gegen 18 Uhr im Rahmen des Ramadan-Festes auf dem Festgelände an der Hohen Steinert auftritt. Einmal mehr gibt es das Stück „Stefanie integriert die Öztürks“ zu sehen, mit dem das Ensemble mittlerweile ebenso professionell wie bundesweit auf Tour ist.

Bis 2009 hat die Gruppe ausschließlich türkischsprachige Stücke gespielt. Dann beschloss das Ensemble, mit ihrem ersten deutschsprachigen Stück „Stefanie integriert die Öztürks“ ihre Möglichkeiten zu erweitern und sich mit Inter- und Transkulturalität zu beschäftigen „Wenn der Vorhang aufgeht, treffen sich zwei Kulturen“, sagt das Ensemble über sich selbst. „Ramadan fängt am Samstag an und dauert einen Monat. Tagsüber wird gefastet, am Abend kommt man zusammen, isst gemeinsam und sucht die Zerstreuung“, erläutert Isboga im Gespräch den traditionellen Sinn eines Festes wie dem an der Hohen Steinert. Ihm selbst sei sehr daran gelegen, nicht nur für Türken Theater zu spielen, sondern insbesondere durch den Theaterauftritt, aber auch durch seinen Soloauftritt deutsche Besucher an die Hohe Steinert zu bringen: „Wir spielen quasi nur einen Akt von etwa 70 Minuten und nicht 1:1 das ganze Stück. Dadurch wird die Aufführung auch für diejenigen interessant, die das Stück an sich schon kennen. Unsere Aufführung ist, soweit ich weiß, die einzige deutschsprachige Darbietung innerhalb der 18 Tage, wenn man mal von meinem Soloauftritt absieht.“

Gespielt wird Open-Air und seitens der Schauspieltruppe zum Nulltarif. Geeignet ist der Auftritt also auch für Laufpublikum. Am 13. Juli folgt der Soloauftritt von Murat Isboga mit seinem Programm „Der Lieblingstürke“. Der Lüdenscheider Theaterpädagoge machte es sich zum Ziel, sowohl das türkische als auch das deutsche Publikum anzusprechen. Sein kabarettistisches Programm handelt von seiner „schwierigen“ Kindheit und davon, wie er zum Lieblingstürken seiner deutschen Freunde wurde. Mit Tempo, Witz und Ironie thematisiert er nicht nur das Thema Integration, sondern auch alltägliche Themen, wie Ehe, Kindheit und Fußball.

Auch der Soloauftritt beginnt gegen 18 Uhr unter freiem Himmel auf der Bühne an der Hohen Steinert. - rudi

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