Halbe Beratungsstelle für Kinderschutzzentrum

Lüdenscheid - Einstimmig haben am Dienstag Mitglieder des Jugendhilfeausschusses das Märkischen Kinderschutzzentrums damit beauftragt, über eine zusätzliche halbe Stelle Berufsgruppen zu beraten, falls diese in ihren verschiedenen Aufgabenbereichen Anhaltspunkte für eine Kindeswohlgefährdung feststellen.

Stefan Hesse, Fachdienstleiter Familienhilfe, erläuterte den Hintergrund: Die neue Beratungsaufgabe wurde 2012 mit der Einführung des Bundeskinderschutzgesetzes definiert: Danach haben Ärzte, Hebammen, Entbindungspfleger, Berufspsychologen, Ehe, Familien-, Erziehungs- oder Jugendberater, Berater in Suchtfragen oder im Bereich des Schwangerschaftskonfiktgesetzes, Sozialarbeiter oder Sozialpädagogen und Lehrer zur Einschätzung der Kindeswohlgefährdung einen Anspruch auf Beratung durch eine erfahrene Fachkraft. „Dies geht weit über die bisherige Beratungspraxis hinaus, da die Zusammenarbeit mit verschiedenen Berufsgruppen erforderlich ist“, sagte Hesse. Sinnvoll sei die Anbindung der Aufgabe an das Märkische Kinderschutzzentrum, da dort bereits artverwandte Aufgaben wahrgenommen und ein hohes Maß an Fachwissen und fachspezifischer Beratungskompetenz vorhanden sei. „Die Aufgabe kann dort also effizient umgesetzt werden. Die bereits vorhandene Geschäftsstelle sichert eine durchgehende Erreichbarkeit.“

Alle Berufsgruppen, die mit Kindern und Jugendlichen zu tun haben, bilden zwar bereits schon jetzt eine Verantwortungsgemeinschaft gegenüber den ihnen anvertrauten jungen Menschen, erfahren aber durch die Möglichkeit der zusätzlichen Beratung eine weitere Unterstützung zur Sicherung des Kindeswohls. Die Kosten für die Stelle belaufen sich auf 30 000 Euro jährlich, die laut Verwaltung zurzeit nicht im Haushalt zur Verfügung stehen und außerplanmäßig durch Reduzierungen bei anderen Sachkosten gedeckt werden müssen.

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