Drei der vier Räuber müssen ins Gefängnis

Haftstrafen nach Spielhallen-Überfällen

Symbolbild

Hagen - Haftstrafen nach Spielhallen-Überfällen in Lüdenscheid, Halver, Altena und Drolshagen: Drei der vier Räuber aus Lüdenscheid und Meinerzhagen müssen für jeweils drei Jahre und sechs Monate ins Gefängnis.

Nur der Fahrer und Auskundschafter der Bande (24) kam vor dem Landgericht Hagen wegen Beihilfe zum Raub, schweren Raubs und besonders schweren Raubs mit einer Bewährungsstrafe davon. Er hatte sich sichtlich geschämt für die Taten und der ehemaligen Mitarbeiterin einer Spielhalle in Lüdenscheid, die sehr unter den Folgen des Überfalls gelitten hatte, freiwillig ein Schmerzensgeld gezahlt. 

Ihr sei nach dem Raubüberfall gekündigt worden, erzählte die einzige Nebenklägerin am Rande der Verhandlungen. Sie habe nach dem Übefall aber auch aus ihrer Sicht nicht mehr in einer Spielhalle arbeiten können. 

Die drei Mitangeklagten des 24-Jährigen Auskundschafters müssen alle für jeweils drei Jahre und sechs Monate hinter Gitter – egal ob sie an zwei oder vier der Überfälle beteiligt waren. Den Unterschied machte das Alter: Die beiden 20-jährigen Angeklagten waren an allen vier Überfällen beteiligt, wurden aber etwas milder nach Jugendstrafrecht verurteilt. 

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Die Berichte der Jugendgerichtshilfe hatten offenbart, dass aufgrund schwieriger Familienverhältnisse Reifeverzögerungen bei den beiden Heranwachsenden nicht auszuschließen waren. 

Ein 22-Jähriger aus Meinerzhagen muss die Beteiligung an zwei der Überfälle mit der gleichen Haftdauer büßen. Die 1. große Strafkammer des Landgerichts berücksichtigte bei der Strafzumessung, dass er wichtige Hinweise zur Aufklärung der Verbrechen geleistet und Hinweise auf zunächst noch unbekannte Mittäter geliefert hatte. Dadurch eröffnete sich als „minderschwerer Fall“ ein Strafrahmen unterhalb der Mindeststrafe von fünf Jahren, die nach einem besonders schweren Raub im Regelfall droht. 

Mit den Urteilen gegen die beiden 20-jährigen Angeklagten blieb die Kammer vier Monate unter dem Strafantrag von Staatsanwalt Jörn Esken, der „milde“ Jugendstrafen von drei Jahren und zehn Monaten beantragt hatte. 

Anlass für die Einweisung eines der Angeklagten in eine Entzugsklinik gab es nicht: Die Täter hatten sich zwar mit Alkohol und Marihuana für die Überfälle ertüchtigt. Aber der psychiatrische Gutachter Dr. Pedro Faustmann war zu dem Ergebnis gekommen, dass die jungen Männer ihren Alkohol- und Drogenkonsum im Allgemeinen durchaus im Griff haben. 

Körperlich verletzt wurde bei den Überfällen „nur“ ein Mitarbeiter einer Spielhalle in Drolshagen, der bei einer Rangelei eine Schnittverletzung an der Hand erlitt – durch eine Machete, die die Räuber neben einer (vermutlich ungeladenen) Gaspistole mitgebracht hatten.

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