Haft nach Sex mit 13-jähriger Stieftochter

LÜDENSCHEID/HAGEN ▪ Sie hat ihm blind vertraut – er hat es eiskalt ausgenutzt. Nahezu täglich war Oliver H. morgens und abends ins Zimmer seiner damals 13-jährigen Stieftochter geschlichen und hatte sich sexuell an ihr vergangen, sie auch gezwungen ihn anzufassen, das Mädchen gedemütigt. Nach sechsmonatigem Martyrium ist das Opfer am Ende, vertraut sich erst einer Freundin, dann der Mutter und schließlich der Polizei an. Am Freitag musste sich der 39-jährige Lüdenscheider wegen schweren sexuellen Missbrauchs eines Kindes vor dem Hagener Landgericht verantworten. Das Urteil: Drei Jahre und drei Monate Haft.

Der Angeklagte wirkt sichtlich beschämt, als er seine schrecklichen Taten zugibt. Sein Kopf ist hochrot gefärbt, sein Blick gesenkt. Einzelheiten möchte er nicht erzählen. „Aber Ihnen war klar, dass das Mädchen das nicht wollte?”, wendet sich die Vorsitzende direkt an den Lüdenscheider. Mit erstickter Stimme muss er es einräumen. Warum er das gemacht hat, wisse er nicht. Für den 39-Jährigen bleibt sein Verhalten neben den rechtlichen Konsequenzen auch familiär nicht folgenlos. Die Mutter des Opfers trennt sich sofort von ihm, wirft ihn aus der Wohnung in Altena und untersagt ihm das Umgangsrecht mit dem gemeinsamen Sohn.

Daran hat der Angeklagte sichtlich zu kauen. Wann immer es während der Verhandlung um seinen Sohn geht, steigen dem Lüdenscheider Tränen in die Augen. Tränen kullern auch der Mutter des Mädchens über die Wangen, als die Richterin den Brief verliest, mit dem sich die Geschädigte der 46-Jährigen anvertraut hatte. Das Mädchen spricht sogar von Selbstmordgedanken. Nach den Taten habe ihre Tochter angefangen, sich die Arme zu ritzen, berichtet die aufgelöste Mutter im Zeugenstand. „Seitdem das geschehen ist, ist sie schulisch abgesackt. Sie hat Tage an denen sie sich verkriecht und nicht aus dem Zimmer kommt. Sie ist in psychologischer Behandlung, um das zu verarbeiten.” Während ihrer Vernehmung ist der Angeklagte nicht in der Lage, die Frau anzusehen. Keine Regung ist bei ihm zu sehen, er wirkt wie in Starre verfallen. Am Ende zeigt er sich einverstanden mit dem Urteil, und entschuldigt sich unter Tränen für seine Taten.

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