Aus Härtha wird Hertwig: Mit Schwung in die Zukunft

Beate und Thomas Hertwig präsentieren den neuen Schriftzug ihrer Firma – aus Härtha wird Hertwig. Nun geht es „mit neuem Schwung in eine gute Zukunft“, was auch Betriebsrats- und Vertriebschef Bernd Windisch (4.v.l.) und die Mitarbeiter freut.

LÜDENSCHEID ▪ Große Erleichterung in den Härterei-Werken am Hohen Hagen und an der Elbinger Straße: Aus der Firma Härtha, die im September 2012 einen Insolvenzantrag gestellt hatte, wird nach einer gut dreimonatigen Restrukturierungsphase das Unternehmen Hertwig. Künftiger Geschäftsführer der GmbH wird Thomas Hertwig sein. Alle rund 110 Arbeitsplätze bleiben erhalten.

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Der 50-Jährige und Ehefrau Beate sowie Betriebsratvorsitzender und Vertriebschef Bernd Windisch sind stolz darauf, den Betrieb in so kurzer Zeit „mit neuem Schwung in eine gute Zukunft“ führen zu können – und das, ohne Kunden verloren zu haben oder Umsatzeinbrüche hinnehmen zu müssen. „Wir haben uns auch in dieser Phase als zuverlässiger Partner unserer Kunden erwiesen und sie haben das mit ihrer Treue belohnt“, freut sich Thomas Hertwig.

„Wir haben zudem keine Mitarbeiter verloren. Das war eine tolle Mannschaftsleistung“, betonte Bernd Windisch, der sich beim gesamten Team bedankt. Entscheidend mitgeholfen bei der Sicherung des Unternehmens habe auch der mit der IG Metall und dem Arbeitgeberverband der Metall- und Elektroindustrie geschlossene Standortsicherungsvertrag Auch Insolvenzverwalter Dr. Dirk Andres habe mit einem klugen Vorgehen zu der Fortführung der Firma beigetragen.

„Wir haben uns mit unserem Konzept im Bieterverfahren vor dem Gläubigerausschuss gegen mehrere Interessenten durchgesetzt. Unsere Kunden können auch weiterhin auf unsere gewohnte Leistungsfähigkeit und Qualität vertrauen, jetzt allerdings dauerhaft frei von Gruppenbindungen als selbstständiges mittelständiges Familienunternehmen“, sagen Thomas Hertwig und Bernd Windisch.

Das war vorher, wie mehrfach berichtet, nicht der Fall. Härtha gehörte zur Haarmann-Gruppe, dem Mutterkonzern, der der Tochter in Lüdenscheid die nötige Liquidität entzog, so dass Thomas Hertwig keine andere Möglichkeit sah, den Insolvenzantrag zu stellen, um sich von der Gruppe trennen zu können. Im Laufe des Verfahrens stellte die gesamte Haarmann-Gruppe Insolvenzantrag, was auch den eingeleiteten Ablösungsprozess in Lüdenscheid erleichterte.

Die monatelangen Verhandlungen haben jetzt ein Ende. Geradezu befreiend sei es, jetzt wieder unabhängig von den Zwängen der Gruppe die Firma zu führen: „Es geht mit Herzblut weiter“, sieht das Führungsteam samt Mannschaft selbstbewusst in die Zukunft. Auch anstehende Investitionen, die zunächst ausgesetzt werden mussten, werden demnächst wieder ins Visier genommen. Das Selbstbewusstsein kommt nicht von ungefähr: Hertwig ist bundesweit eine der größten Werkzeug-Härtereien.

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