Stadtwerke nicht zuständig?

Hängepartie um undichte Kellerwand

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Bis zu 40 Liter Wasser pro Tag dringen seit sechs Monaten aus einem undichten Rohr im Keller von Ulrike Rohloff in extra aufgestellte Behälter. Mehrfach am Tag schöpft sie das Wasser ab.

Lüdenscheid - Es ist im wahrsten Sinne ein Faß ohne Boden, das sich am 10. November vergangenen Jahres im Keller von Ulrike Rohloff auftut. Denn an diesem Tag stellt sie fest, dass der Heizungskeller komplett nass ist.

Schnell stellt sich heraus, dass ein Rohr in der Kellerwand defekt ist, aus dem unablässig Wasser in den Raum dringt. Sie meldet das Leck dem Notdienst der Stadtwerke. Mehrfach kommt es in den nächsten Wochen zu Ortsterminen, doch die Stadtwerke erklären sich letztlich für nicht zuständig.

Pressesprecher Andreas Köster erklärte dazu: „Überprüfungen haben ergeben, dass es nicht an unseren Verrohrungen und an dem Hausanschluss liegt. Vermutlich ist die Ursache ein Defekt in der Kellerwand. Da müsste ein Fachunternehmen die Wand öffnen.“

Dies allerdings auf Kosten von Ulrike Rohloff, die das ablehnt. Denn sie sieht die Stadtwerke in der Pflicht, zumal die Fachfirma Grau in einem Untersuchungsbericht vom 14. Dezember als „Verursacher eine Leckage in der Hauptkaltwasserleitung in der Anbindung zum Hausanschlussraum in der Außenwand“ feststellt. „Es handelt sich hiebei um die Hauptkaltwasserzuleitung zum Wasserzähler (Hausanschluss der Stadtwerke)“.

Seitdem dauert die Hängepartie um die undichte Kellerwand an und Ulrike Rohloff und ihre Tochter Jennifer schöpfen Tag um Tag im Schnitt 40 Liter Wasser, das stetig aus dem Rohr in einen darunter gestellte Futtermitteltonne tropft, mit einem Messbecher ab. Nachdem die Rohloffs anfangs das Leck hatten zubetonieren lassen, lief das Wasser dann durch die Wand in einen Nebenraum, in dem ebenfalls Teppich und Boden beschädigt wurden. Danach wurde das Loch wieder geöffnet, um das Wasser gezielt abfließen zu lassen. Inzwischen hat sich im Heizungskeller Schimmel gebildet.

Ulrike Rohloff hat jetzt den Lüdenscheider Rechtsanwalt Bernd Eisenhuth eingeschaltet, der beim Amtsgericht ein Beweissicherungsverfahren beantragt hat. Ein öffentlich bestellter Sachverständiger soll ein Gutachten erstellen. In der Begründung heißt es unter anderem: „Vor etwa 20 Jahren sind die Rohre von innen mit einer Kunststoffschicht verkleidet worden.“ Ulrike und Jennifer Rohloff hätten festgestellt, dass das Wasser offensichtlich aus dem Bereich zwischen dem Kunststoffeinsatz und dem eigentlichen Rohr herauslaufe.

Nun bleibt abzuwarten, ob der Antrag genehmigt wird und ein Gutachten die Ursache aufklärt. Bis dahin aber bleibt die Kellerwand ein Fass ohne Boden.

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