Gymnasien: Jobsuche wird für Referendare schwieriger

Lüdenscheid - Während die einen in diesen Tagen fröhlich durch die Straßen laufen und ausgelassen ihr bestandenes Abitur feiern, ist knapp 4000 angehenden Referendaren in NRW derzeit alles andere als wohl zumute. Sie haben – angesichts des doppelten Jahrgangs in diesem Jahr und einer verkürzten Ausbildung – Angst, keine Stelle zu bekommen.

Auch in Lüdenscheid werden nach den Sommerferien weniger Referendare als bisher ihren Dienst antreten. Wie Sabine Kneer, bei der Bezirksregierung Arnsberg Sprecherin für den Bereich Schulen, auf Anfrage unserer Zeitung erklärte, wurden zum Schuljahr 2012/13 insgesamt 22 neue Lehrer an den Gymnasien im Märkischen Kreis eingestellt – Referendare inklusive. Für das kommende Schuljahr seien dagegen nur sechs Stellen ausgeschrieben worden (das Verfahren läuft noch). Dies seien, auf das Gymnasium bezogen, natürlich deutlich weniger Stellen, doch auf alle Schulformen gesehen relativiere sich dies wieder, betont Kneer. „Im vergangenen Schuljahr wurden im Märkischen Kreis insgesamt 104 neue Lehrer eingestellt, für das kommende Schuljahr haben wir 93 Stellen ausgeschrieben – also nur elf weniger“, verweist Kneer darauf, dass längst nicht jeder Referendar auf der Straße landen muss. „Sie können sich auch für eine andere Schulform oder zunächst für eine Vertretungsstelle bewerben.“

Das sieht Antje Malycha, Schulleiterin des Geschwister-Scholl-Gymnasiums, ähnlich, auch wenn ihrer Meinung nach viele Referendare im Vorfeld nicht ausreichend über die Problematik informiert worden seien. Aus Sicht der Schulen kommt die Situation nach dem doppelten Abitur-Jahrgang nicht überraschend: „Wir hatten schließlich acht Jahre Zeit, um uns auf die Situation vorzubereiten.“. Gerade in den vergangenen zwei, drei Jahren habe man sich mit der Lehrer- und Schülerzahl auseinandergesetzt und eine Prognose aufgestellt. Denn: Die Zahl der Lehrkräfte wird an den Schülerzahlen bemessen. „Wir haben wohl bis 2016 einen leichten Überhang an Lehrern, wären dann wieder ausgeglichen und könnten neue Ansprüche erheben“, so Malycha. Da man personell gut aufgestellt sei, versuche man, die Arbeitsbedingungen für Lehrer und Schüler, beispielsweise durch kleinere Kurse, zu verbessern oder sich innerhalb der Stadt zu helfen. „Da regeln wir vieles untereinander.“ - kes

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