Mit gutem Beispiel voran in die Zukunft

Doppelgeburtstag: Heute wird Siegfried Schulte 80 Jahre alt.

Lüdenscheid  - Vom wohl innovativsten Büro der Stadt geht der Blick rundum weit ins Land, fällt auf die Sauerlandlinie, die sich mittendurch zieht. Sie ist es, die nicht nur die Produkte von Schulte Elektrotechnik in alle Welt bringen soll, sondern auch die Ideen für das Büro der Zukunft.

Am Mittwoch feierte das Unternehmen an der Jüngerstraße mit dem 50. Geburtstag weniger die Vergangenheit als vielmehr die Zukunft, wie es der Gründer formulierte: „Wir betreten gerade wieder technisches Neuland.“

„Die Garage von Herrn Schulte stand leider im Wefelshohl und nicht in Silicon Valley“ wagte Dr. Gunter Friebe, Freund und Wirtschaftsprüfer, gleichwohl den Blick zurück auf schwierige Zeiten. „Die Entwicklung des Unternehmens war nicht konstant, eher abwechslungsreich“, summierte er launig die starken Schwankungen zwischen Schultes kreativer Euphorie und finanzieller Mangelverwaltung des betrieblichen Alltags. Eine nicht gerade rühmliche Rolle dabei spielte offensichtlich die Sparkasse, die „den dynamischen Erfinder“ (so Friebe) gezielt einbremste. Deutliche Worte hierzu fand Siegfried Schulte selbst, der mit der Bank und dem „selbstgefälligen damaligen Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse“ brach und sein Unternehmen nur retten konnte, weil zwei Freunde den „ohne Vorwarnung“ gekündigten Kontokorrentkredit mit Schecks auffingen. Vom „Wert der Freundschaft“ philosophiert der Ur-Unternehmer seitdem gerne.

50 Jahre Schulte Elektrotechnik

Doch in den Märkten, in denen sich Schulte Elektrotechnik heute bewegt, hat das allgegenwärtige Misstrauen längst Freundschaften ersetzt – eine Lektion, die auch die Lüdenscheider lernen mussten. Als Elektrotechniker an Widerstände gewohnt, hat sich Schulte auf seine Weise damit arrangiert. „Besitzstandswahrer und Lüdenscheider Mafia, die lieber Schalter liefert“ als Innovationen installiert – gegen diese Fronten kämpfe man, so Schulte. Auch deshalb hat er das neue Gebäude um den alten Kern gebaut, inklusive eines „lebenden“ Großraumbüros, in dem Kunden sehen, was die Bürotechnik revolutionieren soll: ein doppelter Boden, in dem die Technik verschwindet und nur bei Bedarf auftaucht. Installationskosten und Brandlasten sinken rapide, Wandschalter werden überflüssig, meterweise Kabel auch. „Dezentrale Elektrifizierung“ heißt das.

Zum „energetischen Design“ des Neubaus erläuterte Architekt Marc Teichert (Partnergesellschaft Wilde-Kutzner-Teichert) Details, betonte Schultes Verantwortungsbewusstsein gegenüber Mensch und Umwelt. Oder, wie es die Firma selbst nennt: „Man muss mit gutem Beispiel vorangehen.“ In die Zukunft. - sum

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