Gutachter stellt Ideen gegen Verkehrslärm vor

Lärm macht krank, auch die Dauerberieselung durch Verkehrslärm: Deshalb werden jetzt Gegenmaßnahmen überlegt.

LÜDENSCHEID - Durch Lüdenscheids Hauptverkehrsadern wie Lennestraße, Herscheider Landstraße oder Heedfelder Straße fließen jeweils mehr als drei Millionen Fahrzeuge pro Jahr – deshalb waren die Stadt-Wege dieser Kategorie auch die ersten, die lärmtechnisch untersucht wurden.

Die Stadtverwaltung beauftragte ein Gutachterbüro allerdings auch damit, an weniger stark befahrenen Lärm-Schwerpunkten Messungen vorzunehmen. Wo erträgliche Werte überschritten werden, soll das Kasseler Büro „LK Argus“ Vorschläge zur Abhilfe machen. Die Lösungen können von Straße zu Straße und Abschnitt zu Abschnitt ganz unterschiedlich aussehen, wie Planungsamtsleiter Martin Bärwolf auf Anfrage erklärte.

Da gibt es etwa den „Flüsterasphalt“, der für die Lennestraße in der jüngsten Konjunkturpaket-Debatte schon vorgeschlagen worden war. Der Belag, für den eine Straße komplett auszukoffern und neu aufzubauen ist, kam wegen der hohen Kosten von 500 000 Euro nicht in Frage. Eine ebenfalls eher aufwändige Möglichkeit der Lärmdämmung ist die Errichtung von Schutzwällen und -wänden, die allerdings bei zu naher Wohnbebauung oder aus gestalterischen Gründen längst nicht überall in Frage kommen. Die schlichte Verringerung der Geschwindigkeit, etwa durch Tempo-30-Zonen oder enger gefasste Fahrbahnen, hat gleichfalls eine Lärmminderung zur Folge. Und: Wo an einer Straße nichts mehr zu verbessern ist, kann man immer noch dichtere Fenster in die anliegenden Häuser einbauen.

Von dem Gutachter erwartet die Politik in der morgen um 17 Uhr im Ratssaal beginnenden Sitzung passende Vorschläge für die jeweiligen Straßen. Sie umzusetzen, will die Stadt laut Bärwolf im Sinne lärmgeplagter Anwohner versuchen, allerdings bestehe für die klamme Stadt keine rechtliche Pflicht dazu. Die Initiative, etwas gegen Umgebungslärm zu unternehmen, hatte zunächst die Europäische Union mit einer Richtlinie ergriffen. Vorarbeiten, auch Messungen in Lüdenscheid, leistete dann das Land Nordrhein-Westfalen. Jetzt allerdings ist die Umsetzung wieder in die Hände der Städte und Gemeinden gelegt worden – laut Bärwolf ohne dazugehörige Finanzausstattung. Welche Verbesserungsvorschläge des Gutachters zur Anwendung kommen, erscheint also offen.

Vorgesehen sind nach der Sommerpause laut Bärwolf auch Lärmschutz-Infoveranstaltungen für Anlieger.

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